"Wäre gesünder"

Zeitumstellung: Forscher fordern "dauerhafte Winterzeit"

EU-Parlament fordert Aus für Sommerzeit
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Die Sommerzeit sollte ganz abgeschafft werden.
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Zweimal im Jahr werden die Uhren umgestellt – und seit Jahren wird darüber diskutiert, ob damit Schluss sein sollte. Während sich viele Menschen eine dauerhafte Sommerzeit wünschen, weil es an den Abenden länger hell bleibt, spricht aus gesundheitlicher Sicht einiges für die sogenannte Winterzeit, also die dauerhafte Standardzeit. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Übersichtsarbeit kanadischer Wissenschafter.

Das Team um Raymond Lam von der University of British Columbia wertete zahlreiche Studien zur Zeitumstellung und ihren Auswirkungen aus. Demnach ist vor allem das Licht am Morgen wichtig für die innere Uhr. Es hilft dabei, den Schlaf-Wach-Rhythmus mit dem natürlichen 24-Stunden-Tag zu synchronisieren. Abendliches Licht hingegen kann die innere Uhr nach hinten verschieben und dazu führen, dass Menschen später müde werden und weniger schlafen.

Gegen dauerhafte Sommerzeit

Eine dauerhafte Sommerzeit hätte deshalb besonders im Winter Nachteile: In vielen Regionen würde die Sonne erst deutlich später aufgehen. Der Weg zur Schule oder Arbeit und der Beginn des Tages würden häufiger im Dunkeln stattfinden. Studien bringen eine spätere Sonnenzeit zudem mit weniger Schlaf, geringerer Produktivität und schlechteren schulischen Leistungen in Verbindung.

Besonders problematisch könnte das für Menschen mit einer saisonal-affektiven Störung sein. Rund ein bis drei Prozent der Bevölkerung sind Schätzungen zufolge von einer ausgeprägten Winterdepression betroffen. Eine dauerhafte Sommerzeit könnte die Beschwerden durch ungünstigere Lichtverhältnisse am Morgen verstärken.

Auch Erfahrungen aus anderen Ländern sprechen gegen eine vorschnelle Entscheidung. Die USA führten während der Energiekrise 1974 vorübergehend eine dauerhafte Sommerzeit ein, kehrten jedoch schon nach weniger als einem Jahr wieder zur bisherigen Regelung zurück. Auch Russland und Chile machten entsprechende Änderungen später wieder rückgängig.

Die Fachleute plädieren deshalb für eine dauerhafte Standardzeit, sollte die Zeitumstellung tatsächlich abgeschafft werden. Alternativ könnte auch der Zeitpunkt der Umstellung angepasst werden. Eine Verschiebung auf Anfang April beziehungsweise Anfang Oktober könnte aus Sicht von Chronobiologen günstigere Lichtverhältnisse schaffen.

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