Bergretter entsetzt

Wintereinbruch: Freunde  ließen Bergsteiger (20) einfach zurück

Drei Bergretter transportieren nachts einen Verletzten auf einer Trage durch den verschneiten Hang.
© Bergrettung Mühlbach: Mann hätte längere Ziet im Schneetreiben nicht überlebt.
Wer solche Freunde hat, sollte mit ihnen nie wieder auf den Berg. Zwie Deutsche ließen ein dritten, der nicht mehr weiter konnte, einfach im Schneetreiben am Hochkönig zurück. Für den Burschen als auch die Bergrettung war der Einsatz daraufhin lebensgefährlich.
OE24 auf Google bevorzugen

Sbg. Der unterkühlte und erschöpfte 20-Jährige wurde bei einem Nachteinsatz der Bergrettung im Hochkönigmassiv (Bez. St. Johann im Pongau) vom Notausstieg Königsjodler aus 2.600 Meter Seehöhe gerettet. Laut den Einsatzkräften dauerte der Einsatz 14 Stunden. Der junge Deutsche war von zwei Begleitern zurückgelassen worden, die Alpinpolizei ermittelt.

Winterliche Bedingungen im Gebirge sollten nicht unterschätzt werden: Lebensgefahr!
Winterliche Bedingungen im Gebirge sollten nicht unterschätzt werden: Lebensgefahr! © Bregrettung Mühlbach

Der Gerettete und seine beiden Begleiter waren am Samstagnachmittag  laut Bergrettung Mühlbach "viel zu spät"  und trotz eindringlicher Warnung einer weiteren Bergsteigerin sowie bei schlechter Wetterprognose in den Klettersteig Königsjodler aufgebrochen. Im Bereich des Notausstiegs auf etwa 2.600 Meter Seehöhe kam der 20-Jährige nicht mehr weiter, er setzte gegen 19.00 Uhr einen Notruf ab. Seine beiden Kameraden führten die Tour unbeirrt fort und erreichten in der Nacht das schon geschlossene Matrashaus (2.941 Meter).

Hubschrauber konnte nicht aufsteigen

Bergretter klettern nachts mit Stirnlampen durch verschneite Felsen am Königsjodler.
Dramatische Rettung vom Königsjodler. © Bergrettung Mühlbach

Die Bergrettung stieg von der Stegmoosalm zum 20-Jährigen auf. Der alarmierte Hubschrauber konnte aufgrund der Wetterbedingungen nicht fliegen. Während der Bergung kam es zu einem weiteren Kälteeinbruch mit viel Schneefall. Die Bergretter trafen erst kurz vor Mitternacht bei dem 20-Jährigen ein. Der Abstieg erfolgte unter äußerst schwierigen und gefährlichen Bedingungen.

"Er hätte zweite Nacht nicht überlebt"

"Er wurde für den Abstieg im Tiefschnee angeseilt, der Steig war nicht mehr sichtbar, es herrschte Absturzgefahr, die Wegfindung war sehr schwierig. Außerdem gingen auch Schneerutschen im steilen Gelände ab", so ein Bergretter. Bei dichtem Schneetreiben und wenig Sicht erreichten die Helfer mitsamt dem 20-Jährigen kurz vor 8.20 Uhr die Erichhütte.

Der Pongauer Bezirksleiter der Bergrettung Salzburg, Gerhard Kremser, stellte fest: "Eine weitere Nacht dort oben, bei Schneefall und unter diesen Bedingungen, hätte er vermutlich nicht überlebt." Der Einsatz zeige, wie schnell aus Selbstüberschätzung, Missachtung von Warnungen und falscher Tourenplanung eine lebensbedrohliche Situation entstehen könne. Die beiden Begleiter des 20-Jährigen befanden sich am Sonntagvormittag auf dem Abstieg in Richtung Arthurhaus - ihre gar nicht vcorbildliches Verhalten könnte ihnen - Stichwort: Einsatzkosten -  teuer zu stehen kommen. Aucb strafrechtlich könnte ihnen Ungemach drohen.

Fehler im Artikel gefunden?Jetzt melden