Nachwuchsstar
Von Nigeria nach Paris: Dieses virale Video machte sie zum Chanel-Model
Manchmal werden moderne Märchen wahr und das Internet ist der Ort, an dem sie geschrieben werden. So auch im Fall der Content Creatorin Rachel Ojuromi, die am 5. Oktober während der Pariser Modewoche ihr Laufstegdebüt bei Chanels Frühjahr/Sommer-2027-Show feierte. Dabei hieß es einst, sie würde es nie auf einen Laufsteg schaffen. Dann sorgte sie mit Chanel-inspirierten Looks auf den Straßen von Lagos für Aufsehen und zog sogar die Aufmerksamkeit von Kreativdirektor Matthieu Blazy auf sich.
Haute Couture vom Second-Hand-Markt
Die Geschichte von Rachel begann vor einigen Monaten mit einer genialen Idee. Zusammen mit ihrer besten Freundin und Stylistin Debby Fasingha sowie dem befreundeten Fotografen Odey Ikpä beschloss das Model, die Haute-Couture-Looks der Métiers d'Art-Kollektion von Chanel neu zu interpretieren.
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Das Budget? Praktisch nicht vorhanden. Die Location? Der Alltag in Lagos, Nigeria. Die Outfits? Raffiniert zusammengestellt aus günstiger Second-Hand-Kleidung lokaler Märkte, aber mit so viel Liebe zum Detail gestylt, dass sie echtem Luxus in nichts nachstanden. In den mit dem Smartphone gedrehten Videos verwandelte Rachel die Straßen Nigerias in ihren ganz persönlichen Runway. Mit ihrer Ausstrahlung lief sie an Straßenverkäufern und im dichten Verkehr vorbei – und das Internet liebte es! Die Videos gingen auf TikTok und Instagram viral und Rachel sammelte im Nu eine riesige Fangemeinde.
Der Kommentar, der alles veränderte
Die Neuinterpretationen erregten so viel Aufmerksamkeit, dass sogar der prominente Modedesigner Matthieu Blazy darauf aufmerksam wurde. Sein Kommentar unter ihrem Video bestand nur aus einem einzigen Wort und einem Herz-Emoji: "Everything". Dieser Kommentar sorgte dafür, dass internationale Modelagenturen aus New York, Paris, London und Kanada auf die 22-Jährige aufmerksam wurden. Das berühmte französische Modehaus Chanel, dem sie in ihrem Video Tribut gezollt hatte, zögerte nicht lange und griff zum Hörer.
Vom iPhone-Video zur Fashion Week
Im Oktober 2026 erreichte das Märchen seinen vorläufigen Höhepunkt: Rachel tauschte die heißen, lauten Straßen von Lagos gegen die prachtvollen Hallen des Grand Palais in Paris. Sie gab ihr Debüt und lief exklusiv für Chanels Frühjahr/Sommer-Kollektion 2027 bei der Paris Fashion Week.
Doch Rachel ist weit mehr als nur ein schönes Gesicht auf dem Laufsteg. Trotz ihres Aufstiegs vergisst sie nicht, wo sie herkommt. Als Gründerin der Plattform "The Process Africa" nutzt sie ihre Bekanntheit bereits, um andere junge, aufstrebende afrikanische Talente aus den Bereichen Mode, Film und Kunst zu fördern und ihre Geschichten zu erzählen.
Ihre unglaubliche Reise von Yaba nach Paris ist ein lauter Weckruf an die globale Modeindustrie, den Blick stärker auf Afrikas Kreativpotenzial zu richten. Und für alle Träumer da draußen ist Rachels Story der ultimative Beweis: Man muss nicht darauf warten, dass einem die große Bühne geboten wird, manchmal muss man sich seinen Laufsteg einfach selbst bauen.
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