Das kleine Umfrage-Hoch zugunsten der SPÖ nach dem angekündigten Rücktritt von Parteichef Andreas Babler ist schon vorbei, die SPÖ sieht sich Wochen nach der Personalentscheidung zugunsten Markus Marterbauers laut aktueller Lazarsfeld-Umfrage für oe24 (2.000 Befragte vom 23. Oktober bis 2. November, max. Schwankung 2,2 Prozent) als neuer Vizekanzler wieder am Umfrage-Tiefpunkt.
Das ist die aktuelle Sonntagsfrage
Doch kommen wir zunächst zu Platz 1: Die FPÖ mit Herbert Kickl legt wieder um zwei Prozentpunkte zu und ist mit 39 Prozent wieder knapp an der 40er-Marke. Damit liegt die FPÖ fast doppelt so stark im Wählergunst-Vergleich wie die zweitplatzierte ÖVP, die bei 21 Prozent (0) stagniert.
Verheerend. Für die Sozialdemokraten bringt die Umfrage ein verheerendes Signal: Der angestrebte Befreiungsschlag durch den Wechsel zu Marterbauer ist ausgeblieben. Die SPÖ verliert einen weiteren Prozentpunkt und fällt auf ihr absolutes Rekordtief von nur noch 14 Prozent (-1). Hauptgrund sind wohl die vielen Unklarheiten: Welche Rolle hat Noch-Parteichef Babler, wird Marterbauer auch Parteichef - und wechselt er weitere Ministerinnen und Minister aus?
Babler verlor eine halbe Million Wählerinnen und Wähler
Für die Ära Babler ist das eine verheerende Bilanz: Seit seinem Amtsantritt – damals lagen die Roten um die 23 Prozent – verlor Babler rechnerisch eine halbe Million Wählerinnen und Wähler. Zugelegt haben vor allem FPÖ und Grüne.
KPÖ vor Parlamenteinzug - Verlustbringer für die SPÖ
Ein wesentlicher Faktor für den roten Abwärtstrend liegt aber auch am linken Rand des politischen Spektrums. Die KPÖ hält sich stabil bei 4 Prozent (0). Damit würde den Kommunisten punktgenau der Einzug ins Parlament gelingen. Die KPÖ kostet die Sozialdemokratie entscheidende Wählerstimmen im linken Wählersegment und verhindert ein Wiedererstarken der SPÖ.
Auf den weiteren Plätzen folgen die Grünen mit unveränderten 12 Prozent (0) auf Rang vier, dicht hinter der SPÖ. Die NEOS verharren unverändert bei 6 Prozent (0).
Nur noch 78 statt 109 Mandate
Müßig zu erwähnen, dass die Ampel–Koalition bei solchen Umfragewerten keine Mehrheit mehr hätte: Sie kommt aktuell nur noch auf 72 Sitze - zum Regieren braucht sie 92, derzeit hat sie 109.
Kanzlerfrage: Kickl baut Vorsprung deutlich aus
Auch bei der direkten Kanzlerfrage setzt sich der Trend der Parteienwerte fort. FPÖ-Chef Herbert Kickl baut seine Führung weiter aus, während die übrigen Spitzenpolitiker weit abgeschlagen bleiben. Kickl kann mit 34 Prozent (+1) mehr als ein Drittel der Befragten für sich gewinnen. ÖVP-Bundeskanzler Christian Stocker liegt mit 15 Prozent (0) mehr als 19 Prozentpunkte hinter dem Spitzenreiter.
Dahinter rangiert Grünen-Ministerin Leonore Gewessler mit 8 Prozent (-1). Das Schlusslicht bilden NEOS-Chefin Beate Meinl-Reisinger und SPÖ-Klubobmann Andreas Babler, die jeweils auf 6 Prozent (+1) kommen.
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