Nations League
Türkische Presse fordert Rauswurf von ÖFB-Schreck
Die Ernüchterung im Land ist riesig. In Bursa geriet die türkische Auswahl gegen die Azzurri von Beginn an unter die Räder und lag bereits zur Halbzeit nach Toren von Alessandro Bastoni, Davide Frattesi und Michael Kayode schmerzhaft mit 0:3 im Hintertreffen. Der schnelle Anschlusstreffer durch Barış Alper Yılmaz direkt nach dem Seitenwechsel verpuffte wirkungslos, ehe Pio Esposito kurz darauf den 1:4-Endstand markierte.
"So schlecht, sogar Italiener waren überrascht"
Für die türkische Presse ist der Kredit des italienischen Übungsleiters nach der nächsten Enttäuschung aufgebraucht. Die Zeitungen sparten nicht mit harten Worten und Verrissen:
"Hürriyet" spottet: "Wir waren so schlecht, dass sogar die Italiener überrascht waren", urteilte die Tageszeitung mit Blick auf den Auftritt. Sie fordert den Beginn einer neuen Ära mit einem Coach, der die Qualität des Kaders auch auf den Platz bringt.
Mangelnder Offensivgeist: Montella wird ein zu passives und defensivfixiertes System vorgeworfen. Es fehle an Zug zum Tor, Mut und klaren Abläufen im Angriff.
Vorbelastung seit dem Sommer: Bereits nach dem enttäuschenden Vorrunden-Aus bei der Weltmeisterschaft stand Montella massiv unter Druck. Die Heimpleite gegen Italien lässt die Stimmen nach einem Neustart nun lauter denn je werden.
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"Nur Güler ist ein echter Anführer"
Der einzige Akteur, der aus der vernichtenden Medienkritik ausgenommen wird, ist Arda Güler. Dem 21-jährigen Regisseur von Real Madrid bescheinigt die Presse trotz der deutlichen Niederlage eine ansprechende Leistung und bezeichnet ihn als den "einzigen echten Anführer" im türkischen Trikot.
ÖFB-Schreck bei EURO 2024
Die Lage für Vincenzo Montella spitzt sich damit dramatisch zu. Ob der Verband am Italiener festhält, dürfte sich bereits vor den nächsten Aufgaben in der Nations League entscheiden. Nächster Gegner ist am Freitag auswärts Belgien. Zur Erinnerung: Mit Montella als Teamchef eliminierte die Türkei bei der EURO 2024 im Achtelfinale Österreich mit 2:1. Zwei Jahre später neigt sich die Ära des "ÖFB-Schreck" dem Ende zu.
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