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Trotz Wertverlust: Gold bleibt weiterhin Beliebt

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Drei Jahre lang ging es mit dem Goldpreis in der Tendenz nach oben.
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Aber zu Beginn des Jahres war der Höhenflug mit dem Rekordhoch bei knapp 5.600 US-Dollar (4.850 Euro) je Feinunze (etwa 31,1 Gramm) abrupt zu Ende. Seitdem hat das Edelmetall etwa ein Viertel seines Werts verloren. Erst im Juli konnte sich der Goldpreis stabilisieren und hielt sich seitdem in einer vergleichsweise engen Spanne über der Marke von 4.000 Dollar.

Warum hat Gold seit Beginn des Jahres so stark an Wert verloren?

Ein wesentlicher Grund ist, dass andere Anlageformen in der ersten Jahreshälfte an Attraktivität gewonnen haben. Unter anderem festverzinsliche Wertpapiere wie Staatsanleihen sind wegen der Aussicht auf steigende Zinsen gefragt. Hintergrund ist, dass hohe Preise für Energierohstoffe durch den Iran-Krieg für eine steigende Inflationserwartung gesorgt haben. Das setzt Notenbanken wie die Europäische Zentralbank unter Druck, die Zinsen im Kampf gegen eine zu starke Teuerung zu erhöhen. Dagegen machen Anleger derzeit eher einen Bogen um Gold, das keine Marktzinsen abwirft.

Darüber hinaus haben auch viele Investoren den Höhenflug beim Goldpreis mit dem Rekordhoch bei knapp 5.600 Dollar je Feinunze (etwa 31,1 Gramm) einfach für Gewinnmitnahmen genutzt. Anleger, die Gold Anfang 2025 gekauft hatten, konnten sich bis zum Rekordhoch über eine Verdoppelung des Wertes freuen. Investoren haben dann gerne Kasse gemacht und warten seitdem auf günstige Gelegenheiten zum erneuten Einstieg.

Ist Gold nach dem Preisrückgang als Anlage immer noch gefragt?

Experten raten bei der Anlage von Vermögen in der Regel, das Edelmetall nur zu einem kleinen Teil als Beimischung von bis zu zehn Prozent in das Gesamtportfolio aufzunehmen. Gold wirft zwar keine Marktzinsen oder Dividenden ab, es kann aber in Krisenzeiten an Wert zulegen und wird daher immer noch gerne genutzt, um Kursverluste bei Aktien auszugleichen.

Professionelle Investoren warten zudem darauf, dass der Trend beim Goldpreis wieder nach oben zeigt. Das wird deutlich bei der Nachfrage nach Wertpapieren, die durch physisches Gold gedeckt sind (Gold-ETF). Hier hat der Preisrückgang im Frühjahr die Nachfrage belastet und der Branchenverband World Gold Council (WGC) verzeichnete im zweiten Quartal Abflüsse von 45 Tonnen aus goldgedeckten ETFs.

Dagegen haben sich die Investoren, die beim Kauf des Edelmetalls auf Münzen oder Goldbarren setzen, vom Preisrückgang kaum abschrecken lassen. Hier ist die Nachfrage in den Monaten April bis Juni vergleichsweise stabil geblieben, mit einem Rückgang von nur drei Prozent im Jahresvergleich.

Welche Rolle spielt der hohe Goldpreis für die Schmucknachfrage?

Hier zeigen die Daten des World Gold Council, dass der Goldpreis einfach zu hoch ist für Verbraucher, die am Kauf von Schmuck interessiert sind. In diesem Bereich ist die Nachfrage in den Monaten April bis Juni im Jahresvergleich um 17 Prozent regelrecht eingebrochen.

Die schwache Nachfrage ist in Ländern wie China und Indien zu beobachten, wo in den vergangenen Jahren vergleichsweise viel Schmuck gekauft worden war. Aber auch in Europa ging die Nachfrage nach Goldschmuck zurück, wobei der Branchenverband WGC den stärksten Rückgang in Italien verzeichnet hat.

Sind die Notenbanken weiter verlässliche Käufer am Goldmarkt?

Während die Schmucknachfrage in den vergangenen Monaten gesunken ist, zeigte sich bei den Notenbanken ein anderes Bild. Sie waren bereits in den vergangenen Jahren mit ihren Goldkäufen einer der stärksten Preistreiber. Vor allem die Zentralbank von China will ihre Reserven stärker in Gold umschichten, um auf diese Weise unabhängiger von den Dollar-Reserven zu werden. Wie aus dem Bericht des World Gold Council hervorgeht, haben Notenbanken im zweiten Quartal ihre Goldbestände wieder deutlich erhöht, nachdem die Nachfrage zu Beginn des Jahres mit dem Rekordhoch beim Goldpreis zeitweise eingebrochen war.

Stärkster Goldkäufer im zweiten Quartal war nach Angaben des WGC die Notenbank von Polen, die ihre Goldreserve um 51 Tonnen auf 632 Tonnen aufgestockt hat. Zudem hat Chinas Zentralbank ihre Reserven um weitere 33 Tonnen auf 2.346 Tonnen erhöht. Beide Notenbanken zählten bereits 2025 zu den großen Goldkäufern am Markt. Dagegen hat sich die russische Notenbank im zweiten Quartal von einem Teil ihrer Goldreserven getrennt. Mit einem Volumen von 22 Tonnen war Russland von April bis Juni der größte Verkäufer von Gold unter den Zentralbanken.

Kann der Goldpreis wieder in Richtung Rekordhoch steigen?

Die Tatsache, dass Gold als Krisenwährung in der ersten Jahreshälfte an Wert verloren hat, ist kein Hinweis, dass die Welt in den vergangenen Monaten friedlicher geworden ist. Vielmehr kann sich die geopolitische Lage beispielsweise im Nahen Osten auch schnell wieder verschlechtern. Sollte sich die Lage in der Krisenregion zuspitzen, ist Gold wieder gefragt als sicherer Anlagehafen. Zumal ein Preisniveau leicht oberhalb von 4.000 Dollar je Feinunze nach Einschätzung von Rohstoffexperten der Dekabank zunehmend als attraktives Einstiegsniveau gesehen wird.

Die Dekabank rechnet in den kommenden sechs Monaten mit einem Preisanstieg bis 4.350 Dollar. Analysten der US-Investmentbank Goldman Sachs sehen noch mehr Spielraum nach oben: Sie haben das Ziel für Dezember auf 4.900 Dollar gesetzt.

Hinzu kommt, dass viele Investoren mit wachsender Sorge auf die Schuldenberge schauen, die sich in führenden Volkswirtschaften auftürmen. So hat die Verschuldung in China besorgniserregende Ausmaße angenommen. In den USA, der größten Volkswirtschaft der Welt, geht inzwischen ein großer Teil der Steuereinnahmen in den Schuldendienst.

Nicht zuletzt die Sorge vor einer Finanzkrise gilt am Goldmarkt als Garant für ausreichend Nachfrage.

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