Mozartstadt

Teufel trifft Bischof bei den Salzburger Festspielen

Drei Personen stehen draußen nebeneinander und lächeln in die Kamera.
© FRANZ NEUMAYR
Wenn sich der Erzbischof und der Leibhaftige bei den Salzburger Festspielen auf ein Plauscherl treffen, ist das keineswegs der Beginn der Apokalypse, sondern schlichtweg gelebte Tradition.
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Es war ein Gipfeltreffen der besonderen Art, das traditionell zum Auftakt der Salzburger Hochschulwochen für Erheiterung sorgte. Auf der Bühne trafen zwei gebürtige Steirer aufeinander, die rollenbedingt eigentlich auf verschiedenen Seiten des metaphysischen Zauns stehen: Salzburgs Erzbischof Franz Lackner und Schauspieler Christoph Luser, der heuer den Teufel im "Jedermann" gibt.

Gegenstand des heiteren Diskurses war ausgerechnet die bühnenorganisatorische Sicherheitsverwahrung des Bösen. "Ich wundere mich, dass sich der Teufel so einfach von einem Elektrozaun abschrecken lässt. Ich hätte ihn da ein wenig mutiger eingeschätzt", frotzelte der Erzbischof spitzbübisch mit Blick auf das Inszenierungsdetail, wonach der Teufel beim Betreten des Domes von ebenjenem Hindernis abgehalten wird. Luser gab sich abseits des Festspiel-Rampenlichts jedoch erstaunlich demütig und konterte gewitzt: "Überschätzt mich nicht, ich bin ein eher wehleidiger Teufel."

Dass es bei diesem theologisch-theatralen Schlagabtausch keiner exekutiven Vermittlung bedurfte, bestätigte auch Ex-Skirennläuferin Alexandra Meissnitzer, die das illustre Podium komplettierte: "Ich glaube, da brauche ich nicht wirklich vermitteln, der Bischof und der Teufel verstehen sich bestens."

Zwei Männer lächeln im Freien in die Kamera, einer trägt Priesterkleidung, der andere Freizeitkleidung.
Erzbischof Franz Lackner und "Teufel" Christoph Luser © FRANZ NEUMAYR

Nach dem hochwürdig-höllischen Geplänkel verlagerte sich das Geschehen nur wenige Schritte weiter über den Domplatz. Mit der fulminanten Premiere von Mozarts "Così fan tutte" im Großen Festspielhaus fand der diesjährige Premierenreigen seinen gebührenden Höhepunkt – und holte den Großmeister der Tonkunst endlich dorthin zurück, wo er hingehört: Mitten in die Mozartstadt.

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