Serien-Innovation

"Seesüchtig": Premiere für Österreichs erstes Micro-Drama

© zVg Erste Group
Österreichs erstes Micro-Drama sorgt für Gesprächsstoff. Wir trafen den Cast beim Fashion-Shooting zum Talk über die Serien-Innovation.
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Vom Fernseher zum Streaming und jetzt aufs Handy: Serien haben auf Instagram, TikTok und Co. ein neues Zuhause gefunden. Als Micro Dramen begegnen wir ihnen neuerdings auf unseren For-You-Pages und bleiben bei den Clips schnell mal hängen, um dann wissen zu wollen, wie es weitergeht. Die Videos sind kompakt und erinnern in ihrer Dramatik an Seifenopern wie "Reich und schön". In rasantem Erzähltempo wird Spannung aufgebaut, die zu einem Cliffhanger führt.

Von China nach Österreich

Seinen Anfang hat das neue Serienformat natürlich in Asien genommen und ist in China bereits zu einer Milliardenindustrie gewachsen. Jetzt ist das Micro Drama, das vertikal – also im 9:16-Format, das wir von Reels kennen – gedreht wird, auch in Österreich angekommen. Die Erste Group und Sandrats Media haben das erste Micro Drama made in Austria produziert, das unter dem Titel "Seesüchtig" in 24 rund zweiminütigen Episoden eine Story rund um die "Glaub an dich"-Botschaft der Erste Bank erzählt.

Für das Editorial wurden Toni Gohl, Wieland Lackinger und Valerie Valdez in von Style-Experten Wolfgang Reichl kuratierten Looks aus der MODE WIEN Preview-Sommerkollektion "LINUM" 2027 inszeniert. © Harald Klemm

Jung-Stars vor der Kamera

Anlässlich der Premiere stellten die Hauptdarsteller:innen Toni Gohl, Valerie Valdez und Wieland Lackinger sich im Wiener Hotel Le Méridien bei einem Fashion-Shooting unter dem Motto "Film trifft Mode" vor und plauderten über "Seesüchtig" und ihre Figuren.

Die neue Serie dreht sich um vier junge Menschen, die den Sommer am Neusiedlersee verbringen und dort Surf Culture, Freundschaft und erste Liebe erleben. Im Mittelpunkt der Handlung steht Leni (Toni Gohl), die frisch aus den USA angekommen ist. Am Neusiedlersee trifft sie auf den feschen Playboy Rico (Wieland Lackinger), den schüchternen Noah (Sebastian Felver) und Nina (Valerie Valdez). Leni gefällt Rico auf den ersten Blick. Sehr zum Ärger von Nina, die um ihre Position als Queen der Surfschule bangt ...

Produktion & PR: Doris Zucker | NO LIMITS PR and more GmbH Location: Le Méridien Vienna Creative Direction: Wolfgang Reichl Fotograf: Jürgen Hammerschmid Schmuck: nilmanel happy jewels Schuhe: HUMANIC Hair & Make Up: Susu Babolleh © Jürgen Hammerschmid

"Leni kommt mit ihrer Mom nach Österreich, um ihren Opa zu besuchen", beschreibt Toni Gohl ihren Part, "Bis sie dann draufkommt, dass sie etwas länger bleiben muss, was ihr nicht so ganz gefällt." Gleichzeitig weiß Leni noch nicht ganz, wer sie eigentlich ist und findet im Laufe der Serie immer mehr zu sich selbst

Wenig Zeit, große Hitze

Die Dreharbeiten haben den Nachwuchs-Stars einiges abverlangt. "Es passiert in der Story alles wahnsinnig schnell. Was in einem Kinofilm in 20 Minuten gezeigt wird, erzählen wir in drei Minuten", erklärt Toni Gohl, was für sie die größten Herausforderungen waren, "Man muss viel zügiger denken und schneller arbeiten." Rico-Darsteller Wieland Lackinger pflichtet ihr bei: "Wir haben 50 Minuten in sieben Tagen gedreht. Bei der Hitze."

Trotz des Zeitdrucks und Temperaturen von 40 Grad ist "niemand durchgedreht", freut er sich. Dass es so gut geklappt hat, erklärt Toni sich mit dem außergewöhnlichen Teamgeist: "Wir haben uns alle gegenseitig unterstützt und es war vollkommen egal, wer welche Position hatte."

Dreharbeiten am Neusiedlersee bei 40 Grad. © zVg Erste Group

Glaub an dich

Der Leitsatz "Glaub an dich" spielt auch in Gohls Leben eine große Rolle: "Meine schauspielerische Laufbahn passt sehr gut zu diesem Slogan. Ich wurde im Frühling plötzlich aus meinem Job gekündigt und hatte nichts mehr. Ich habe beschlossen, ich gehe all in mit der Schauspielerei." Sie gab sich bis Anfang Juli Zeit, um es zu schaffen. Ende Juni kam dann das Casting zu "Seesüchtig". Auch Valerie Valdez kann sich gut mit dem Motto identifizieren: "Ich habe keine Schauspielerfahrung. Es war für mich etwas ganz Neues."

Im Interview: Produzentin Sandra Klingohr

Sandra Klingohr, Produzentin und CEO von Sandrats Media,wagte sich mit ihrem Team an das neue Format und hatte viel Freude daran.

Sandra Klingohr mit Niki Klingohr und Martin Radjaby Rasset. © Harald Klemm

"Seesüchtig" ist das erste österreichische Micro-Drama. Was waren die größten Herausforderungen?

Sandra Klingohr: Es war ein ganz neues Projekt, das es in der österreichischen Produktionslandschaft so noch nicht gegeben hat. Deswegen war es von Haus aus schon eine Herausforderung. Wir haben uns auch die Aufgabe gestellt, mit neuen Produktionstechniken und mit zum Teil unerfahrenen Schauspielern zu arbeiten. Die Zeit, das Budget und vor allem die Hitze waren eine große Herausforderung. Wir hatten eine Woche lang 50 Grad mit einem sehr kleinen Team. Jeder hat angepackt. Jeder hat alles gemacht. Ich bin mit dem Sonnenschirm dort gestanden, habe die Schauspieler mit Ventilatoren abgedeckt.

Wie anspruchsvoll war es, eine Geschichte und einen Spannungsbogen in diesen kurzen Sequenzen zu transportieren?

Klingohr: Ich habe mir die Geschichte ausgedacht und dann mit der Regisseurin Caroline Wloka das Buch geschrieben. Wir haben erst ein normales Drehbuch geschrieben und dann die Sequenzen gemacht. Die Herausforderung darin ist eher, die Cliffhanger zu finden. Da habe ich mir ein paar skurrile Wendungen überlegt, wo man sich denkt: "Nein, gibt's jetzt nicht, kann nicht sein!" Mir hat es sehr viel Spaß gemacht, das Buch zu schreiben.

Ein neuartiges Projekt mit einem so jungen, unerfahrenen Cast ist auch ein Risiko.

Klingohr: Ja. Die Regisseurin und ich – ohne uns selbst loben zu wollen – hatten ein bisschen ein goldenes Händchen. Die Bewerber kamen aus einem großen Castingaufruf der Erste Bank. Wir haben uns die Aufgabe gestellt, die Schauspieler:innen nur aus diesem Aufruf zu rekrutieren. Wir haben gleich herausgefunden, wer das Zeug hat.

Mussten Sie beim Dreh anders denken, damit das Bild vertikal und horizontal passt?

Klingohr: Es gibt verschiedene Produktionsmöglichkeiten. Manche haben eine Kamera, die horizontal dreht und dann noch eine kleine Kamera, die unten oder oben dreht. Das haben wir nicht. Wir haben nur horizontal gedreht, aber einen Frame für die Regisseurin und den Kameramann gekennzeichnet, damit sie immer genau sehen, ob es auch vertikal passt. Es funktioniert in beiden Varianten sehr, sehr gut.

Sie haben sehr komprimiert gearbeitet. Einerseits, weil die Geschichte das ist, andererseits, weil Sie das in sieben Drehtagen gemacht haben. Wie ging das?

Klingohr: Man muss ein Team haben – und da wirklich vollstes Lob dem Team –, das bereit ist, alles zu geben. Wir haben mit sehr jungen Menschen gearbeitet, die für das Projekt gebrannt haben und mit wahnsinniger Freude dabei waren. Das war für mich das Schönste. Jeder hat angepackt, jeder hat alles gemacht. Der Ton nimmt kurz die Kamera mit oder ich bin mit dem Sonnenschirm herumgerannt. Nur so war es möglich. Die Größe des Teams schrumpft auf ein Minimum. Wenn mal ein gestandener Filmregisseur kommt, denkt er sich: Wie geht sowas? Du hast, du drehst kürzer. Beim Microdrama machst du keine zehn Takes. Es muss passen.

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