Festspiele

Salzburg: Opern-Marathon & Party für Regisseur

Zwei elegant gekleidete Frauen posieren auf rotem Teppich bei den Salzburger Festspielen.
© FRANZ NEUMAYR
Sechseinhalb Stunden Opern-Spektakel, tropische Temperaturen und ein Geburtstagsfest nach Mitternacht: Die Premiere der Monumentaloper "Saint François d’Assise" verlangte dem Publikum bei den Salzburger Festspielen zwar volle Kondition ab.
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Bei knapp 40 Grad vor dem Salzburger Festspielhaus glich der Schritt in die klimatisierte Felsenreitschule für viele Besucher einer regelrechten Erlösung. Salzburgs Erzbischof Franz Lackner zeigte sich vom Mammutwerk von Beginn an fasziniert. Als "Wiederholungstäter", der das Stück bereits bei der Hauptprobe verfolgt hatte, betonte er seine Freude darüber, wie die Gestalt des Heiligen Franziskus auf der Bühne zum Leuchten gebracht werde.

Sonderapplaus und Mitternachtstorte für Romeo Castellucci

Der endlose Schlussapplaus am Ende der Aufführung wurde schließlich zum persönlichen Geschenk für Regisseur Romeo Castellucci, der an diesem Abend seinen 66. Geburtstag feierte. Als der Italiener um genau sieben Minuten nach Mitternacht auf der Premierenfeier im Restaurant M32 am Mönchsberg eintraf, scherzte er noch, sein Ehrentag sei nun wohl schon vorbei.

Ein lächelnder Mann mit Brille schneidet eine große Schokoladentorte auf einer Feier an.
Romeo Castellucci feierte Geburtstag. © FRANZ NEUMAYR

Doch das Festspieldirektorium um Präsidentin Kristina Hammer, Intendantin Karin Bergmann und Lukas Crepaz überraschte das Geburtstagskind mit einer riesigen Torte samt Minifeuerwerk. Das süße Kunstwerk war mit den Titeln aller Opern verziert, die Castellucci bisher in Salzburg inszeniert hatte, und wurde unter den Gästen aufgeteilt – darunter die französische Kulturministerin Catherine Pégard, Festspielrednerin Maria Kalesnikava, Protokollchefin Suzanne Harf, Dirigent Maxime Pascal und Gastgeberin Susi Schellhorn.

Hauptdarsteller lebte zehn Wochen im Kloster

Drei elegant gekleidete Personen posieren bei den Salzburger Festspielen 2026 im Freien.
Klaus Mathis, Eva Maria Schilgen, Waltraud Wöhrer. © FRANZ NEUMAYR

Einzig Hauptdarsteller Philippe Sly fehlte bei der nächtlichen Feier. Der kanadische Opernsänger zog es vor, nach dem Kräftemessen auf der Bühne sofort neue Energie für die nächste Vorstellung zu tanken. Wie tief er in seine Rolle als Franziskanermönch eingetaucht war, bewies er bereits vor der Premiere: Zur Vorbereitung lebte Sly zehn Wochen lang im Salzburger Franziskanerkloster am Kapuzinerberg. Dort passte er sich vollständig dem Rhythmus der Mönche an und nahm an Gebetszeiten sowie Heiligen Messen teil.

Eine Erfahrung, die den Sänger nach eigenen Angaben im Gespräch mit der Salzburger Kirchenzeitung Rupertusblatt nachhaltig prägte: "Wenn man die Welt einmal mit anderen Augen gesehen hat, kann man das nicht mehr rückgängig machen."

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