Stammstrecke

S-Bahn: Jetzt werden die Nordäste gekappt

Bauarbeiter arbeiten an Gleisen einer Bahnstrecke, Maschinen und Material im Hintergrund.
© ÖBB/Lukas Leonte
Wer derzeit in Wien auf die Schiene angewiesen ist, braucht starke Nerven. Seit 4. Juli wird auf der Stammstrecke gebaut, ab 10. August folgen Sperren auf den Nordästen und im September steht dem Öffi-Netz die größte Geduldsprobe der Geschichte bevor.
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Sommer in der Stadt bedeutet für viele Wiener nicht nur Hitze und Entspannung, sondern heuer vor allem Geduldsprobe auf den Schienen. Auf der S-Bahn-Stammstrecke läuft bereits seit 4. Juli die Sommersperre zwischen Praterstern und Floridsdorf. Ab Montag verschärft sich die Lage für Fahrgäste noch einmal deutlich. Dann werden zusätzlich drei wichtige Bahnstrecken im Norden gekappt. Und schon am 7. September folgt der größte Einschnitt mit einer 14-monatigen Sperre zwischen Praterstern und Hauptbahnhof beziehungsweise St. Marx.

Nordäste ab Montag gesperrt

Die Arbeiten zwischen Praterstern und Floridsdorf liegen laut ÖBB im Zeitplan. Für die Inbetriebnahme des neuen digitalen Zugsicherungssystems ETCS Level 2 sind von 10. August bis einschließlich 6. September aber zusätzliche Sperren notwendig.

Betroffen sind die Nordwestbahn zwischen Praterstern und Jedlersdorf, die Laaer Ostbahn bis Gerasdorf sowie die Nordbahn bis Süßenbrunn. Der REX3 fährt nur bis beziehungsweise ab Korneuburg, der REX2 bis und ab Wolkersdorf. Der REX1 wird über Stadlau und Simmering zum Hauptbahnhof umgeleitet.

Übersichtskarte mit Ersatzbuslinien zwischen Wien Praterstern und Wien Floridsdorf ab August 2026.
© ÖBB

Für die Fahrgäste richten die ÖBB umfangreiche Ersatzverbindungen ein. Die Busse fahren vor allem Floridsdorf, Handelskai, Praterstern und Kagraner Platz an. Dort bestehen Anschlüsse an U-Bahn, Bahn und Straßenbahn.

Busse bringen Fahrgäste zur Umsteigeknoten

Ein ÖBB-Ersatzbus hält an einer Haltestelle für Schienenersatzverkehr mit Infotafel.
© ÖBB

Auf der Nordwestbahn endet die S3 in Jedlersdorf. Von dort fährt ein Ersatzbus direkt nach Floridsdorf. Die Station Brünner Straße wird während der Sperre nicht bedient. Ab Korneuburg bringen weitere Busse die Fahrgäste direkt zum Praterstern und zum Handelskai.

Auf der Laaer Ostbahn fahren die S2 bis Gerasdorf und der REX2 bis Wolkersdorf. Ersatzbusse verbinden beide Endpunkte mit Floridsdorf und halten zusätzlich in Leopoldau sowie in der Heinrich-von-Buol-Gasse.

Die S1 endet in Süßenbrunn. Von dort fahren Ersatzbusse über Rennbahnweg zum Kagraner Platz und damit direkt zur U1.

Zwischen Praterstern und Floridsdorf bleibt außerdem das bereits bestehende Zwei-Buslinien-Konzept aufrecht. Ein Direktbus fährt ohne Zwischenhalt, eine zweite Linie hält zusätzlich am Handelskai und in der Traisengasse.

Neue Doppelstockzüge

Ab 10. August setzen die ÖBB verstärkt neue Cityjet-Doppelstockzüge auf der Stammstrecke ein. In Quartier Belvedere können diese vorerst allerdings nicht halten, weil der Bahnsteig noch zu kurz ist. Er wird im Zuge der laufenden Arbeiten verlängert.

Künftig sollen dort sowohl sechsteilige Garnituren mit 591 Sitzplätzen als auch achtteilige Züge mit rund 740 Sitzplätzen halten können. Nach Abschluss der Arbeiten sollen auf den erneuerten Strecken ausschließlich moderne Cityjet-Doppelstockzüge und Cityjet Desiro ML unterwegs sein.

Von 10. August um 3.30 Uhr bis 6. September um Mitternacht werden gültige ÖBB-Tickets zudem auf bestimmten Strecken der Wiener Linien anerkannt. Das gilt zwischen Hauptbahnhof und Quartier Belvedere für die Linien 18 und 62 sowie zwischen Hauptbahnhof und Rennweg für die Linie O.

14 Monate Sperre ab 7. September

Kaum sind die Sommersperren vorbei, beginnt der größte Teil des S-Bahn-Umbaus. Ab 7. September wird die Stammstrecke zwischen Praterstern und Hauptbahnhof beziehungsweise St. Marx für 14 Monate gesperrt.

Damit ist der meistbefahrene Schienenabschnitt Österreichs betroffen. Rund 250.000 Fahrgäste und etwa 700 Züge sind dort täglich unterwegs. Die Stammstrecke ist damit eine zentrale Öffi-Achse in Wien und für Zehntausende Pendler aus Niederösterreich und dem Burgenland besonders wichtig.

Während der Langzeitsperre erneuern die ÖBB unter anderem Viadukte, Brücken und Gleisanlagen. Bahnsteige werden verlängert, die Stationen Rennweg und Quartier Belvedere modernisiert und auch in diesem Abschnitt das Zugsicherungssystem ETCS eingebaut.

Fahrgäste aus dem Norden können nach Ende der Sommersperren wieder über Floridsdorf bis zum Praterstern fahren und dort auf die Wiener Linien umsteigen. Aus dem Süden dienen vor allem Meidling und der Hauptbahnhof als Umsteigepunkte. Für die 14 Monate sind gemeinsam mit Stadt und Wiener Linien umfangreiche Ersatz- und Umleitungskonzepte vorgesehen.

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