40 Grad Celsius
Rekordhitze an Adria: In Kroatien droht Badeverbot
Millionen Touristen fahren jedes Jahr nach Kroatien, um dort das kristallklare Wasser, die einsamen Buchten und heißen Temperaturen zu genießen. Doch auch dort herrscht derzeit eine endlos lange Hitzewelle.
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Laut dem Copernicus-Meeresdienst wurden noch nie so hohe Meerestemperaturen im Juni wie in diesem Jahr gemessen. Mit 21 Grad übertraf man den bisherigen Rekordwert aus den Jahren 2023 und 2024.
Extremwert aus dem Jahr 2024
2024 wurde im nördlichen Seitenbecken von Dubrovnik der absolute Hitzerekord gemessen. Damals lagen die Meerestemperaturen bei 29,7 Grad Celsius. Diese Temperaturen kennt man aus den Tropen. Die Extremwerte haben nicht nur auf die Urlauber einen negativen Effekt, sondern stressen das Ökosystem.
Diese Bedingungen könnten ein "Umkippen" in Buchten an der kroatischen Küste hervorrufen. Dabei nimmt der Sauerstoffgehalt des Wassers immer weiter ab. Dieser führt zu einem Sauerstoffdefizit (Hypoxie) oder gar zu einem kompletten Fehlen von Sauerstoff (Anoxie).
"Das kann zu einem Massensterben aller Tiere führen"
Christian Wild, Leiter des Bereichs Marine Ökologie an der Universität Bremen, erklärt gegenüber "Frankfurter Rundschau": "Das kann zu einem Massensterben aller Tiere führen, die Sauerstoff brauchen und nicht rechtzeitig flüchten können." Das Problem wird durch das Sterben von Korallen, Seesternen, Muscheln und Fischen verschärft. Für den Abbau der toten Tiere wird Sauerstoff verbraucht.
Die Hypoxie oder Anoxie treten vor allem in flachen, abgeschlossenen Buchten in der Nähe der Küste auf, die unter dem Einfluss von Nährstoffeinträgen durch Landwirtschaft sowie mangelnder Wasserklärung sind, so der Ökologe.
Wind und Wellen fehlen
Das Problem wird durch wenig Wind und Welle verschärft. Dabei wird das Wasser natürlich ausgetauscht. Wild betont: "Wenn man dann noch hohe Wassertemperaturen hat, dann kann sich weniger Sauerstoff im Wasser lösen. Das macht alles noch schlimmer." Eine solche Kombination trat im vergangenen Jahr an einigen Orten in der Adria auf, unter anderem in Kroatien und Italien.
In Italien kämpft man auch in diesem Jahr gegen Algenplagen. Mancherorts gilt ein Badeverbot für Badegäste. Ihre Giftstoffe schädigen Meeresorganismen und können bei Menschen Atemwegs- und Hautreizungen, Übelkeit, Fieber oder Bindehautentzündungen auslösen. Laut einer Studie des Ruđer Bošković Instituts in Kroatien von 2021 zeigt sich, dass sich diese giftige Algenart auch entlang der östlichen Adriaküste ausbreitet.
2024 erhielten 95 Prozent der kroatischen Badegewässer ein "Ausgezeichnet" von der Europäischen Umweltagentur. Jedoch steigt wegen des Klimawandels die Wassertemperatur im Mittelmeer immer weiter an. Durch diese Bedingungen entstehen immer schneller gefährliche Algenblüten, die Risiken für die Natur und Badegäste an der Adria erhöhen.
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