Neuer Dirigent

Neujahrskonzert wird Josef Strauss Show

Orchester und Dirigent im goldenen Konzertsaal, Publikum applaudiert, Blumendekoration im Hintergrund.
© APA/DIETER NAGL
Die Wiener Philharmoniker präsentierten am Donnerstag bei den Salzburger ihre Pläne. Ein Schwerpunkt soll beim Neujahrskonzert 2027 auf Josef Strauss liegen. Der ORF Vertrag wurde bis 2032 verlängert.
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Die Wiener Philharmoniker luden am Donnerstag traditionell am Rande der Salzburger Festspiele zu einem Empfang, bei dem unter anderem der designierte Neujahrskonzert-Dirigent Tugan Sokhiev in neuer Rolle präsentiert wurde. "Wir brauchen die jüngere Generation, die in die Fußstapfen der älteren tritt", begründete Philharmoniker-Vorstand Daniel Froschauer die Wahl des 48-jährigen Maestros für das Großevent: "Er ist ein Musiker für Musiker und hat ein wunderbares Herz."

Dirigent leitet ein Orchester während eines Konzerts mit erhobenem Taktstock.
Tugan Sochijew dirigiert das Neujahrskonzert 2027. © Marco Borggreve

Ein gutes Herz ist wohl in jeder Hinsicht hilfreich angesichts des perspektivisch vor der Tür stehenden Neujahrskonzertstresses. Über das Programm am 1. Jänner 2027 könne man zwar noch nicht sprechen, klar sei aber angesichts des nahenden Jubiläumsjahrs zum 200. Geburtstag: "Wir fokussieren uns sehr auf Josef Strauss."

"Dieses Event wird weltweit erwartet. Und Teil dieser Tradition zu werden, ist eine riesige Ehre und sehr nervenaufreibend", gestand Tugan Sokhiev eine gewisse Aufregung angesichts der nahenden Aufgabe. Ein wenig der Anspannung abbauen lässt sich aber bereits am Wochenende, wenn die Philharmoniker unter dem Maestro ein Programm aus Ravel, Debussy und Prokofjew spielen. "Manchmal mache ich mir Sorgen: Bin ich zu anstrengend? Aber die Philis können das alles umsetzen, und sie lieben die Musik so sehr wie ich", zeigte sich Sokhiev überzeugt.

Abokonzerte mit zeitgenössischem Schwerpunkt

Philharmoniker-Geschäftsführer Michael Bladerer bedankte sich zunächst beim geschassten Intendanten Markus Hinterhäuser für dessen Engagement und warf danach einen Blick voraus auf die Abokonzerte der neuen Saison. Zeitgenössische Musik sei stets eine Herausforderung für Orchester. "Es war immer ein wenig frustrierend, Stücke zur Uraufführung zu bringen, die dann nie wieder aufgeführt werden." Das wolle man mittlerweile bewusst anders machen.

So werden in der neuen Saison im Rahmen der zehn Abokonzerte etwa Witold Lutoslawskis 4. Symphonie, Thomas Adès "Asyla", Krzysztof Pendereckis "Metamorphosen" oder Henri Dutilleux' "Métaboles" erklingen. Einen zweiten Schwerpunkt lege man auf Komponisten, die unter den Nazis emigrieren mussten und spiele zum Beispiel Schönberg oder Korngold.

ORF-Vertrag bis 2032 verlängert!

Aber zurück nach Salzburg. Froschauer streute dem Festspielkuratorium angesichts der jahrzehntelangen Kooperation beinahe romantische Rosen: "So stell ich mir eine Ehe vor, die 100 Jahre hält." Es gebe hie und da einmal Probleme, die seien aber dazu da, gelöst zu werden.

Vier Personen stehen bei einer Vertragsunterzeichnung der Wiener Philharmoniker zusammen.
Daniel Froschauer, Tugan Sokhiev, Ingrid Thurnher und Michael Bladerer feiern neuen ORF-Vertrag. © ORF

Selbiges gilt wohl auch für die Zusammenarbeit mit dem ORF, die mit einem neuen Vertrag für fünf Jahre bis einschließlich 2032 untermauert wurde und primär die Übertragung des Neujahrs- und Sommernachtskonzerts umfasst. So wird das kommende Neujahrskonzert die 69. weltweite Transmission durch den ORF darstellen. Dies sei eine der Raison d'Être als öffentlich-rechtlicher Rundfunk, unterstrich Generaldirektorin Ingrid Thurnher. Unabhängig von der aktuellen Vertragsunterzeichnung laufen die Rahmenvereinbarungen zu den Abokonzerten mit ORF III respektive Ö1 weiter.

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