Die Herbstlohnrunde für das Jahr 2027 läuft auf Hochtouren, es werden die Kollektivverträge für das neue Jahr ausgehandelt.
Eisenbahner vor Kampfmaßnahmen: Nur noch 38,5 Stunden Arbeit gefordert
In 98 Bahnunternehmen mit rund 55.000 Beschäftigten herrscht Alarmstufe Rot. Die dritte Gesprächsrunde zwischen der Gewerkschaft vida und den Arbeitgebern ist krachend gescheitert. Jetzt beraten die Betriebsräte am Donnerstag auf einer Dringlichkeitskonferenz über die weitere Gangart.
Die Forderungen der Gewerkschaft stoßen bei den Bahnmanagern auf Granit:
- Vollständige Inflationsabgeltung: Ein Gehaltsplus von 3,26 Prozent auf alle Gehälter.
- Kürzere Arbeitswoche: Arbeitszeit runter von 40 auf 38,5 Wochenstunden.
- Gleiche Bedingungen: Einheitliche Arbeitsstandards quer durch alle Bahn-Betriebe.
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Frust im Handel: Mager-Angebot empört 420.000 Angestellte
Große Empörung herrscht auch bei den rund 420.000 Beschäftigten im heimischen Handel. Die Arbeitgeber legten in der zweiten Verhandlungsrunde ein Angebot vor, das die GPA umgehend zurückwies:
- Dauerhafte Erhöhung: Magere 2,1 Prozent Gehaltsplus für 2027.
- Einmalige Abfindung: Eine Prämie von 350 Euro.
Die Arbeitnehmer fordern deutlich mehr: Ein echtes Plus im Börserl, klare Zuschläge für kurzfristiges Einspringen, eine echte Fünf-Tage-Woche und die sechste Urlaubswoche für alle. Während die Wirtschaftskammer auf explodierende Fixkosten (31,5 Prozent im Einzelhandel) und schwache Umsätze pocht, verweist die GPA auf die Konzerngewinne: Rund eine Milliarde Euro wollen die Handelsriesen an Eigentümer und Aktionäre ausschütten. Am 17. November folgt die nächste Nagelprobe.
Sicherheitsdienst: Kampf um 13. und 14. Gehalt
Ruhiger, aber inhaltlich nicht minder hart, verlaufen die Verhandlungen für die rund 15.700 privaten Sicherheitskräfte. Ausgehend von einem Einstiegslohn von 12,63 Euro brutto pro Stunde und einer Teuerungsrate von 3,3 Prozent fordert die vida rasche Verbesserungen: Der 13. und 14. Monatslohn muss ab dem ersten Tag ohne Wartezeiten zustehen, dazu braucht es spürbar höhere Nachtzulagen. Am 12. November sitzen die Partner wieder am Tisch, damit der KV am 1. Jänner 2027 greifen kann.
Zoff bei Frächtern: Überstunden-Zulagen wackeln
Bei den 50.000 Beschäftigten im Güterbeförderungsgewerbe droht der Konflikt vollends zu entgleisen. Nach einer ergebnislosen ersten Runde prallen die Positionen ungebremst aufeinander. Die vida verlangt 3,3 Prozent Inflationsabgeltung, während die Wirtschaftskammer von untragbaren Belastungen spricht. Die Gewerkschaft warnt: Arbeitgeber wollen Überstundenzuschläge de facto streichen. Bei Schäden sollen Lenker tiefer in die eigene Tasche greifen.
Die Gewerkschaft schlägt Alarm, denn auf Österreichs Straßen herrscht längst Notstand: 8.000 Fahrerstellen sind unbesetzt, jedes Jahr gehen 2.000 Lenker verloren und ein gewaltiger Teil der erfahrenen Belegschaft verabschiedet sich demnächst in die Pension. Neue Verhandlungen sind für den 12. November anberaumt.
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