Verwechslungsgefahr
Mücke, Zecke oder Wespe: Dieser Check verrät, was Sie gestochen hat
Ein kurzer Moment im Grünen und schon juckt oder brennt die Haut. War es eine Gelse, eine Wespe oder vielleicht doch eine Zecke? Wer weiß, was ihn gestochen hat, kann nicht nur die lästigen Symptome schneller lindern, sondern im Ernstfall auch lebensrettende Maßnahmen ergreifen. Hier ist Ihr ultimativer Guide, um die fiesen Sommerplagegeister zu erkennen und richtig zu reagieren.
Der nervige Mückenstich
Sie kommen in der Dämmerung und schlagen oft völlig unbemerkt zu. Stechmücken (genauer gesagt: die weiblichen Mücken) haben es auf die Proteine in unserem Blut abgesehen. Beim Blutsaugen injiziert die Mücke ihren Speichel, der die Blutgerinnung hemmt. Unser Immunsystem schlägt Alarm und schüttet Histamin aus, das löst den fiesen Juckreiz aus.
So erkennen Sie den Stich:
Ein Mückenstich schmerzt beim Einstich meist gar nicht. Erst später bildet sich eine weiße oder rötliche Quaddel (ca. 2 bis 5 Millimeter groß), die mitunter extrem juckt.
Was Sie sofort tun sollten
- Nicht kratzen: Auch wenn es schwerfällt: Kratzen verteilt das Gift weiter und es können Bakterien in die Wunde gelangen, was zu einer schmerzhaften Entzündung führt.
- Hitze gegen Juckreiz: Ein elektronischer Stichheiler aus der Apotheke zerstört durch konzentrierte Wärme die Proteine aus dem Mückenspeichel und lindert den Juckreiz oft in Sekunden.
- Kühlen & Cremen: Ist die Stelle bereits dick, helfen Kältekompressen (max. 10 bis 15 Minuten) oder antiallergische Gele (Antihistaminika) aus der Apotheke.
Der gefährliche Zeckenbiss
Zecken fallen nicht von Bäumen, sondern lauern im hohen Gras und Unterholz. Das Heimtückische an ihnen: Sie ritzen die Haut auf, graben ihren Rüssel hinein und sondern dabei ein Betäubungsmittel ab. Sie spüren den "Biss" (der eigentlich ein Stich ist) also überhaupt nicht. Wenn die Zecke bereits abgefallen ist, bleibt oft eine harmlose, kleine Rötung zurück. Breitet sich diese Rötung jedoch ringförmig um die Einstichstelle aus (und wird in der Mitte blasser), ist Vorsicht geboten. Dies ist ein starkes Indiz für Borreliose.
So erkennen Sie den Stich:
Da Schmerz und Juckreiz meist ausbleiben, wird die Zecke oft erst bemerkt, wenn sie als kleiner schwarzer oder brauner Punkt noch in der Haut steckt.
Was Sie sofort tun sollten
- Schnell entfernen: Greifen Sie zu einer Zeckenzange, einer Zeckenkarte oder einer spitzen Pinzette. Greifen Sie das Tier so nah wie möglich an der Hautoberfläche und ziehen Sie es langsam und gerade heraus. Wichtig: Den Körper der Zecke nicht quetschen, sonst entleert sie mögliche Erreger in die Wunde.
- Desinfizieren & Beobachten: Beobachten Sie die Bissstelle in den kommenden Wochen. Zecken können gefährliche Krankheiten wie Borreliose oder FSME (Frühsommer-Meningoenzephalitis) übertragen.
- Ab zum Arzt: Bei einer ringförmigen Rötung, grippeähnlichen Symptomen, Fieber oder Kopfschmerzen nach einem Zeckenbiss sollten Sie umgehend ärztliche Hilfe aufsuchen.
Der schmerzhafte Wespenstich
Im August erreichen sie ihre Hochphase und machen uns am Kaffeetisch oder beim Grillen das Leben schwer. Fühlt sich eine Wespe bedroht, fackelt sie nicht lange und sticht zu. Der entscheidende Unterschied zur Biene: Die Wespe kann ihren Stachel ein- und ausfahren und mehrfach stechen. Bleibt ein Stachel in der Haut stecken, war der Übeltäter keine Wespe, sondern eine Biene (die kurz darauf stirbt).
So erkennen Sie den Stich
Ein Wespenstich ist sehr schmerzhaft und sofort spürbar, es brennt regelrecht. Rund um die Wunde bildet sich rasch eine deutliche, gerötete Schwellung, die bis zu zehn Zentimeter groß werden kann.
Was Sie sofort tun sollten
- Ruhe bewahren & Stachel checken: Steckt noch ein Stachel in der Wunde? Dann schaben Sie ihn vorsichtig mit einer Plastikkarte (z.B. EC-Karte) weg. Niemals mit den Fingern zusammendrücken, sonst pressen Sie weiteres Gift in die Haut.
- Kühlen: Kaltes Wasser, Eiswürfel (in ein Tuch gewickelt) oder kühlende Umschläge verlangsamen die Ausbreitung des Giftes und lindern den brennenden Schmerz.
Achtung, Lebensgefahr bei Allergie: Etwa ein bis zwei Prozent der Bevölkerung reagieren allergisch auf Insektengifte. Wenn nach einem Wespen- oder Bienenstich Symptome wie Atemnot, Schwindel, Übelkeit, Herzrasen oder Schwellungen im Mund- und Rachenraum auftreten, zögern Sie nicht: Wählen Sie sofort den Notruf (112). Bei einem Stich in den Mundbereich sollten sofort Eiswürfel gelutscht werden, um die Atemwege offenzuhalten, bis der Notarzt eintrifft.
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