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Michi Skopek: "Als schwuler Mann wird mir auf der Straße hinterhergespuckt"

Junger Mann mit weißem Tanktop und blauer Jeans blickt ernst zur Seite.
© SARAH KATHARINA PHOTOGRAPHY
Als schriller Paradiesvogel – wie er sich selbst bezeichnet – hatte es Michael Skopek nicht immer leicht. Heute ist er stolz auf sein Auftreten und geht selbstbewusst seinen eigenen Weg.
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Er ist einer der bekanntesten österreichischen Influencer und vor allem durch seine witzigen Lehrer-Parodien auf Social Media bekannt. Michi Skopek fällt auf – und baut sich gerade eine beachtliche Karriere auf. Der 21-jährige Oberösterreicher ist in Wels aufgewachsen und musste früh merken, dass seine Homosexualität gerade am Land nicht immer positiv aufgenommen wird.

Erst als er nach seiner Lehre zum Medienfachmann nach Wien gezogen ist, konnte er sich offiziell outen. Heute ist Michi nicht nur ein bekannter Influencer, sondern macht auch vielen jungen Menschen Mut. Mit MADONNA spricht er über sein schillerndes Leben, die Schattenseiten des Influencer-Daseins, seine Familie – die immer hinter ihm gestanden ist, und darüber, wo er mit seiner Karriere noch hinwill.

Michi, du bist mittlerweile einer der bekanntesten jungen Content Creator Österreichs. Wie würdest du dich selbst jemandem beschreiben, der dich noch nicht kennt?

MICHAEL SKOPEK: Ich würde mich als lustig, sympathisch und mit einem auffälligen Auftreten beschreiben. Ich denke, ich bin ein Paradiesvogel.

Person in schimmerndem, pinkem Outfit und auffälligem Make-up steht selbstbewusst vor unscharfem Hintergrund.
Michi Skopek © Philip Gabriel

Mit deinen legendären Lehrer-Parodien hast du auf Social Media deinen Durchbruch geschafft. Wie hat eigentlich alles begonnen und wann hast du gemerkt, dass daraus mehr als nur ein Hobby werden könnte?

SKOPEK: Das ist während Corona, noch zu meiner Schulzeit, entstanden. Eine Schulfreundin und ich fanden es lustig, einmal zu zeigen, wie wir das Ganze eigentlich sehen. Eines dieser ersten Videos ist dann lustigerweise total durch die Decke gegangen. So kam es auch, dass sehr schnell der erste Kooperationspartner auf mich aufmerksam wurde. Ich war damals, glaube ich, 16. Dann ist das irgendwie auf einmal losgegangen und hat sich immer weiter aufgebaut.

Du hast schon in jungen Jahren eine beachtliche Karriere aufgebaut. Was war bisher dein persönlich größter Erfolg?

SKOPEK: Erfolg, das ist immer so eine Frage... Ich war mit Eskimo beim Eurovision Song Contest – das war ein riesiges Ding. Aber auch Einladungen zu exklusiven Events wie der Weißwurstparty oder dem Opernball sind für jemanden aus dem Comedy-Bereich nicht selbstverständlich

Was viele nicht wissen: Hinter den lustigen Videos steckt auch jede Menge Arbeit. Wie sieht ein typischer Arbeitstag bei dir aus?

SKOPEK: Das meiste sieht man nicht. Vieles passiert vor dem Computer oder am Telefon: Skripte schreiben, Buchhaltung, Calls, Kooperationsverträge mit meinem Management abgleichen, Videos schneiden etc. Was man auf Instagram sieht, sind nicht einmal zehn Prozent meines Tages.

Gibt es auch Schattenseiten des Influencer-Daseins?

SKOPEK: Definitiv. Wenn man in der Öffentlichkeit steht, muss man damit umgehen können, dass auch viel Negatives dazukommt. Ich bin eine auffällige Person – mit gefärbten Haaren, langen Fingernägeln und schrillen Outfits. Als schwuler Mann werde ich auf der Straße oft blöd angesprochen, mir wird etwas nachgerufen oder sogar hinterhergespuckt. Das erlebe ich leider immer wieder. Da sind die bösartigen Kommentare im Netz noch das kleinere Problem. Auf Social Media sieht immer alles toll aus. Ich versuche tatsächlich immer mehr zu zeigen, dass nicht alles ständig "happy peppy" ist. Aber natürlich kann und möchte ich auch nicht alles zeigen.

Du gehst sehr offen mit deiner Homosexualität um. War das schon immer so oder war es ein längerer Weg?

SKOPEK: Das war ein ziemlich langer Weg. Gemerkt haben es, glaube ich, alle schon recht früh, aber ich habe es am Anfang nach außen hin immer verneint. Am Land ist das etwas anderes als hier in Wien. In Oberösterreich war das damals schwierig. Erst als ich nach Wien gezogen bin – da war ich, glaube ich, ungefähr 17 – habe ich mich richtig geoutet. Meine Familie wusste es natürlich schon länger, aber mein offizielles Outing kam erst, als ich vom Land weggezogen bin, weil mir in Wien tatsächlich einiges leichter gefallen ist.

Person in bunter, glänzender Jacke und rosa Shorts sitzt mit verschwommenem Lichteffekt im Dunkeln.
Michi Skopek © Philip Gabriel

Du bist ein Familienmensch und sehr eng mit deiner Mutter und deiner Schwester, oder?

SKOPEK: Ja, absolut. Meine Schwester ist 14 und wir sind sehr eng. Mein Stiefpapa, der für mich wie mein echter Papa war, ist 2018 ganz unerwartet gestorben. Seitdem sind wir drei – meine Mama, meine Schwester und ich – noch enger zusammengerückt.

Vieles, was du aus deinem Werdegang erzählst, erinnert auch an den deutschen Entertainer und Influencer Riccardo Simonetti. Ist er in gewisser Weise ein Vorbild für dich?

SKOPEK: (lacht) Ja, ich habe ihn natürlich auch verfolgt und finde ihn toll. So wie ich auch viele andere Vorbilder habe. Gleichzeitig sehe ich, dass mir viele junge Teenager schreiben – gerade viele vom Land. Sie erzählen mir, dass sie sich nicht trauen, sich zu outen, und bitten mich um Rat. Ich glaube, es ist unfassbar wichtig, dass es Menschen gibt, die nach außen sichtbar zeigen, dass man als schwuler Mann selbstbewusst sein und sein Leben leben kann. Ich weiß selbst, wie es ist, verzweifelt zu sein.

Bist du vergeben?

SKOPEK: Nein, ich bin Single

Was muss ein Mann mitbringen, der dein Herz erobert?

SKOPEK: Mir ist wichtig, dass er loyal und nett ist und Anstand hat. Er sollte größer und auch älter sein als ich. Am wichtigsten ist aber, dass er mit beiden Beinen im Leben steht. Und dann gibt es natürlich noch ein paar andere Dinge – aber das wäre mir einmal wichtig. (lacht)

Was behältst du für dich und teilst es nicht mit der Community?

SKOPEK: Meine Familie halte ich größtenteils privat – bis auf ein paar Ausnahmen mit Mama und Schwester. Auch Dates oder eine eventuelle Beziehung würde ich mir gut überlegen, ob ich sie öffentlich mache. Das muss man immer gemeinsam entscheiden.

Gibt es berufliche Ziele für die nächsten Jahre?

SKOPEK: Ich möchte stärker in Richtung Moderation gehen. Barbara Schöneberger ist eine tolle Moderatorin und absolute Ikone. Und auch Schauspiel ist ein großer Traum von mir. Das ist eine Richtung, in die ich gehen will.

Gibt es Kooperationspartner, von denen du noch träumst?

SKOPEK: Ja, die gibt es. Ein großer Traum wäre es, mit einer internationalen Makeup-Brand zusammenzuarbeiten – am liebsten auch langfristig.

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