Kino-Start

Mehr Action, noch mehr Gefühl: "Spider-Man: Brand New Day"

"Spider-Man: Brand New Day"
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Im neuesten Leinwand-Abenteuer erlebt Peter Parker alias Spide-Man "die dunkelste Zeit seines Lebens" - Ab Mittwoch in Österreich zu sehen.
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Was wäre, wenn die Welt von heute auf morgen vergisst, wer man ist, während man selbst als einziger all seine Erinnerungen behält? Mit dieser Bürde muss sich Spider-Man alias Peter Parker (Tom Holland) in seinem neuesten Leinwand-Abenteuer arrangieren. In "Spider-Man: Brand New Day", ab Mittwoch in den österreichischen Kinos zu sehen, kämpft er aber nicht nur mit seiner eigenen Einsamkeit, sondern auch mit einem unsichtbaren Gegner.

Im bisher letzten Film "Spider-Man: No Way Home" hatte Bösewicht Mysterio die Identität von Spider-Man gelüftet. Daraufhin bat Peter schweren Herzens Doctor Strange, die Erinnerung sämtlicher Menschen an ihn zu löschen, darunter seine Freundin MJ (Zendaya), sein bester Freund Ned (Jacob Batalon) und seine Superhelden-Kollegen.

"Spider-Man: Brand New Day"
"Spider-Man: Brand New Day" © Hersteller

Die Einsamkeit des Peter Parker

Fünf Jahre sind seit "Spider-Man: No Way Home" vergangen, im Film ist der Zeitraum allerdings deutlich kürzer. Während MJ und Ned ihr Studium begonnen und eine WG gegründet haben, lebt Peter als Einzelgänger und folgt den beiden auf Instagram. Er konzentriert sich ganz auf die Verbrecherjagd.

"Während Spider-Man aufblüht, erlebt Peter Parker die dunkelste Zeit seines Lebens", sagte Holland vorab auf einer Pressekonferenz zum Film. "Was ich an dem Film am meisten liebe, ist, dass er letztlich eine Mahnung vor den Gefahren eines einsamen Lebens ist, eines Lebens ohne Gemeinschaft und ohne Freunde. Manchmal ist es der mutigste Schritt, jemanden um Hilfe zu bitten. Doch genau diesen Rat ignoriert er bewusst."

"Spider-Man: Brand New Day"
"Spider-Man: Brand New Day" © Hersteller

Unheimliche Veränderungen bei Spider-Man

Tag und Nacht jagt Spider-Man Kriminelle und vernachlässigt dabei seine Gesundheit. Kopfschmerzen plagen ihn, sein Arm bereitet ihm Probleme. Als Reaktion auf den Stress verändert sich sein Körper zunehmend. Die Spinnenhormone machen sich immer stärker bemerkbar und beginnen, ihn auf beunruhigende Weise zu verändern. Seine Sinne werden schärfer, er wird kräftiger, aber auch aggressiver.

Auch als eine neue, übernatürliche Bedrohung in New York auftaucht, will sich Spider-Man allein der Herausforderung stellen. Sein mysteriöser Gegner übernimmt das Bewusstsein anderer Menschen, wechselt ständig von einer Person zur nächsten und kontrolliert deren Gedanken und Handlungen - nur bei Spider-Man gelingt das nicht. Warum er es auf die Behörde Damage Control abgesehen hat, bleibt zunächst unklar.

"Spider-Man: Brand New Day"
"Spider-Man: Brand New Day" © Hersteller

Suche nach Antworten

Während Peter mit seinem einsamen Schicksal hadert, sucht er als Spider-Man nach Antworten - zu der unbekannten Bedrohung und zu seinen eigenen Veränderungen. Dabei begegnet er unter anderem Yelena Belova (Florence Pugh) und Bruce Banner alias Hulk (Mark Ruffalo). Und nach anfänglichen Zweifeln akzeptiert er auch Hilfe von Frank Castle alias The Punisher (Jon Bernthal), der nach der TV-Serie nun sein Leinwand-Debüt gibt.

Vorab sorgte vor allem die Verpflichtung von "Stranger Things"-Star Sadie Sink für Spekulationen. Über ihre Rolle, die hier nicht verraten wird, um Spoiler zu vermeiden, wurde im Internet gerätselt. "Ich hatte lange Zeit gar kein Drehbuch", berichtete Sink.

"Spider-Man: Brand New Day"
"Spider-Man: Brand New Day" © Hersteller

Persönliche Story im Mittelpunkt

Nach drei Filmen von Regisseur Jon Watts, die 2021 im Multiversum-Spektakel von "Spider-Man: No Way Home" mit den beiden Ex-Spinnenmännern Tobey Maguire und Andrew Garfield gipfelten, übernahm nun Destin Daniel Cretton die Regie. Obwohl die Handlung fortgesetzt wird, ist sie in gewisser Weise ein Reboot. Statt des üblichen Marvel-Spektakels steht der persönliche Konflikt von Peter Parker im Mittelpunkt.

"In unseren ersten drei Spider-Man-Filmen im MCU stand vor allem im Mittelpunkt, dass Peter Teil eines größeren gemeinsamen Universums ist", sagte Kevin Feige, Präsident der Marvel Studios. "Was "Brand New Day" so besonders macht, ist, dass sich diesmal alles auf Peter und New York konzentriert."

Tatsächlich werden die New-York-Kulissen, die zum Teil in den britischen Pinewood-Studios nachgebaut wurden, voll ausgekostet. "In den ersten Filmen haben wir sogar bewusst darauf verzichtet, ihn durch die Häuserschluchten New Yorks schwingen zu lassen, weil man das schon oft gesehen hatte", so Feige. Jetzt schwingt Spider-Man wieder ausgiebig um die Häuser.

"Spider-Man: Brand New Day"
"Spider-Man: Brand New Day" © Hersteller

Drei Stars aus dem Kinoepos "Die Odyssee"

Die Szenen zwischen Holland und Zendaya, die im echten Leben mittlerweile verheiratet sind, gehören zu den stärksten des Films – nicht zuletzt wegen ihrer spürbaren Chemie. Auf die Frage, wie viel von dem, was wir zwischen Peter und MJ im Film sehen, ausgearbeitet und wie viel improvisiert ist, wich Holland aus und lieferte dennoch eine Antwort.

"Ich glaube, das betrifft nicht nur unsere beiden Rollen. Das ist bei allen Beteiligten bei diesen Filmen so", sagte er der Deutschen Presse-Agentur in London. "Was ursprünglich im Drehbuch stand, unterscheidet sich deutlich von dem, was letztlich im Film zu sehen ist." So habe seine langjährige Freundschaft mit Jon Bernthal die Szenen zwischen Spider-Man und Punisher geprägt.

Bernthal, der kurioserweise parallel mit Tom Holland und Zendaya in "Die Odyssee" im Kino zu sehen ist, ist der unterhaltsame Gegenpol zum nachdenklichen Spider-Man, wobei der Punisher bekanntlich selbst ein tragischer Held ist. Bernthal spielt eigentlich fast immer denselben Hardliner, darf hier aber noch eine weitere Seite von sich zeigen.

Ergreifende Momente und einige Längen

Nach über 30 Marvel-Filmen wird es für die Macher schwieriger, noch neue Akzente zu setzen und mit Spektakel zu beeindrucken. "Spider-Man: Brand New Day" hat zwar durchaus unterhaltsame Action-Szenen, tatsächlich ist der Film jedoch in seinen emotionalen Momenten am besten - und sogar richtig rührend. Das liegt auch an Tom Hollands einfühlsamem Spiel. Als Zuschauer leidet man wirklich mit Peter Parker und spürt seine Sehnsucht.

Leider bremsen die vielen, teils langen Rückblicke den Erzählfluss. Auch die sehr ausgedehnten Dialoge sorgen für einige Längen. "Spider-Man: Brand New Day" hat viele starke Momente, ist mit fast zweieinhalb Stunden aber eindeutig zu lang geraten.

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