Seltenes Phänomen
Leuchtende Nachtwolken erstrahlen den Nachthimmel
Das nächste atmosphärische Spektakel steht an. Jedes Jahr treten rund um die Sommersonnenwende die leuchtenden Nachtwolken (auch NLC, vom englischen Noctilucent Clouds genannt) auf. 2026 hat der gefragte Zeitraum schon begonnen.
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Leuchtende Nachtwolken sind zarte, silbrig-blau schimmernde Schleier oder Wellenstrukturen am Nordhorizont. Sie leuchten, obwohl es Nacht ist. Anders als gewöhnliche Wolken entstehen Nachtwolken nicht in der Troposphäre (also in zehn bis 13 Kilometern Höhe), sondern in der Mesosphäre, also in rund 80 bis 85 Kilometern Höhe. Die Wolken bestehen dort aus winzigen Wassereisteilchen.
Sonnelicht sorgt für das Leuchten
Nachtwolken können nur von Mai bis August entstehen. In diesem Zeitraum kühlt die Mesosphäre auf unter minus 120 Grad Celsius ab. Damit ist es kalt genug, um das wenige Wasser zu Eis zusammenzulagern. Die Nachtwolken leuchten ausgerechnet wegen der Sonne. Wenn die Sonne zwischen 6 und 16 Grad unter dem Horizont steht, können ihre Lichtstrahlen noch immer die hoch gelegenen Eiswolken treffen. Das Eis in den Wolken reflektiert das Licht und lässt die Wolken strahlen. Der restliche Nachthimmel versinkt in der Dunkelheit, wodurch das Schauspiel noch beeindruckender ist.
Der Nachthimmel ist nicht in ganz Österreich zu sehen. Sie sind nämlich vom 47. bis 60. Breitengrad zu sehen. Dort sinkt die Sonne um die Sommersonnenwende überhaupt nicht mehr unter 18 Grad unter den Horizont. Die besten Chancen sind von jetzt bis Ende Juli 2026. Traditionell liegt der Höhepunkt rund um die Sommersonnenwende.
Erste Sichtung 1885
Die besten Beobachtungszeiten sind laut Experten die Zeiten zwischen 22:30 und 0:30 Uhr und morgens gegen 3 bis 4 Uhr. Damit sind Zeiten kurz nach dem Sonnenuntergang und kurz vor Sonnenaufgang gemeint. Der Blick soll nach Norden, von Nordwest bis Nordost, und flach über den Horizont gerichtet sein.
Die erste dokumentierte Sichtung leuchtender Nachtwolken stammt aus dem Jahr 1885. Kurz davor brach der Vulkan Krakatau aus, wodurch Forscher vermuteten, dass dieser hinter dem Phänomen steckte. In den folgenden Jahrzehnten wurde klar, dass Nachtwolken regelmäßig auftreten und keine Vulkanausbrüche benötigen.
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