Handwerk statt K.I.

Landeshauptfrau bei letztem Goldschmied in St. Pölten zu Gast

Drei Personen stehen lächelnd in einer Werkstatt hinter einer Werkbank.
© NLK Pfeiffer
Während Maschinen und künstliche Intelligenz immer mehr Aufgaben übernehmen, setzt ein Traditionsbetrieb in der niederösterreichischen Landeshauptstadt weiterhin auf echtes Handwerk.
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Seit 26 Jahren prägt Goldschmied Edwin Surin das Handwerk in St. Pölten. Mit dem Umzug an einen neuen Standort stellt sich der Familienbetrieb nun neu auf: Gemeinsam mit Sohn Valentin tritt das Unternehmen künftig unter dem Namen "Die Buben" auf. Der Neustart sorgte für reichlich Aufmerksamkeit, sodass sich sogar Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner (ÖVP) höchstpersönlich aufmachte, um einen Eindruck vom Familienbetrieb zu bekommen.

"In einer Welt, in der immer mehr digital und automatisiert wird, ist echtes Handwerk etwas ganz Besonderes. Denn künstliche Intelligenz kann vieles, aber echtes handwerkliches Können lässt sich nicht auf Knopfdruck ersetzen. Hier braucht es keinen Computer, keinen 3D-Drucker und keine künstliche Intelligenz, sondern vor allem zwei geschickte Hände, viel Erfahrung und eine große Portion Leidenschaft. Genau solche Betriebe machen unsere Wirtschaft so vielfältig und unsere Innenstädte so lebendig. Und wenn ein Vater seine Begeisterung für das Handwerk an seinen Sohn weitergibt, dann ist das gelebte Tradition mit Zukunft", betonte Mikl-Leitner.

Drei Personen in einer Werkstatt, eine sitzt am Tisch mit Werkzeug, zwei stehen dahinter und lächeln.
Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner (ÖVP) in der Goldschmiede "Die Buben" von Edwin und Valentin Surin. © NLK Pfeiffer

Surin blickt dabei auf eine bemerkenswerte Entwicklung zurück. Als er sich vor mehr als zwei Jahrzehnten in der Landeshauptstadt niederließ, hatte er ein klares Ziel: "Mein Anspruch war immer, der beste Goldschmied von St. Pölten zu sein. Das ist natürlich ein bisschen einfacher, wenn man der einzige ist", schmunzelt Surin. "Aber Spaß beiseite: Für mich war immer entscheidend, dass jedes Schmuckstück mit den eigenen Händen entsteht. Unser Handwerk hat sich über Jahrzehnte kaum verändert. Und genau das macht es so besonders. Jetzt freue ich mich, gemeinsam mit meinem Sohn Valentin unter dem Namen 'Die Buben' in die Zukunft zu gehen."

Seltenes Handwerk kämpft ums Überleben

Wie selten das Handwerk geworden ist, zeigen aktuelle Zahlen: In ganz Niederösterreich gibt es nur noch 52 aktive Gold- und Silberschmiede. Gleichzeitig wird lediglich ein einziger Lehrling in diesem Bereich ausgebildet. Umso größer ist die Sorge um den Fortbestand der traditionsreichen Kunst. Der hohen Goldpreise zum Trotz bleibt die Nachfrage nach individuell gefertigtem Schmuck aber stabil.

Allerdings belasten immer mehr Vorschriften und bürokratische Hürden die Betriebe. Um das Handwerk zu bewahren, engagierte sich Surin auch bei der erfolgreichen Verankerung der österreichischen Goldschmiedekunst als immaterielles Kulturerbe. Sein Betrieb zeigt damit: Echte Handarbeit hat auch im digitalen Zeitalter ihren festen Platz.

"Unser traditionelles Handwerk ist ein wertvolles Kulturgut, das es zu bewahren gilt. Edwin Surin setzt sich nicht nur für den Erhalt der Goldschmiedekunst ein, sondern gibt sein Wissen und Können auch an die nächste Generation weiter. Gemeinsam mit seinem Sohn Valentin zeigt er, wie Tradition und Zukunft Hand in Hand gehen", hält die Landeshauptfrau abschließend fest.

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