FTZ Garsten

Getöteter Häftling: Neue Details: IS-Fanatiker brachte bereits Ehepaar um

Links ein Gefängnis mit Wachturm, rechts ein Mann vor einem Polizisten im Gerichtssaal.
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Der Tunesier hatte 2017 in Linz ein betagtes Ehepaar getötet. Nun laufen die Ermittlungen wegen Mordverdachts an einem Mitinsassen (40).
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Nachdem am Montagnachmittag im Forensisch-Therapeutischen Zentrum (FTZ) Garsten ein 40-jähriger Häftling tot aufgefunden worden war, ermittelt die Staatsanwaltschaft Steyr wegen Mordverdachts. Bei dem 63-jährigen Verdächtigen handelt es sich allem Anschein nach um einen rechtskräftig verurteilten Doppelmörder, der im Sommer 2017 in Linz ein betagtes Ehepaar getötet hat, wurde aus gut informierten Kreisen bestätigt.

Der Tunesier hatte sich seinerzeit kurz nach der Tat gestellt und gab als Motiv an, er habe ein Exempel an der Gesellschaft und der FPÖ, durch die er sich als Ausländer und Muslim diskriminiert fühlte, statuieren wollen. Ein Sohn des getöteten Paares arbeitete in einer von einem FPÖ-Politiker geführten Abteilung des Landes Oberösterreich, allerdings hatte die Familie kein Naheverhältnis zu den Freiheitlichen. In Linz wurde er 2018 zu lebenslanger Haft verurteilt. Zudem wurde er in eine Anstalt für geistig abnorme Rechtsbrecher eingewiesen. Die psychiatrische Sachverständige Adelheid Kastner hatte ihm eine "querulatorische Persönlichkeitsstruktur" attestiert.

Tunesier schon sehr lange in Österreich

Der Tunesier, der heute schon 35 Jahre in Österreich lebt, hatte die späteren Opfer, also das betagte Ehepaar, regelmäßig mit Lebensmitteln aus dem Bio-Geschäft seiner Lebensgefährtin beliefert, so auch am Tattag, dem 30. Juni 2017.

An diesem Tag soll er - nach sorgfältiger Planung und Vorbereitung der Tat - zuerst die 85-jährige Frau, dann ihren 87-jährigen Mann getötet haben. Anschließend habe er rund vier Liter Benzin im Esszimmer sowie in der Küche verschüttet und angezündet.

IS verherrlicht, Terrorangriffe gutgeheißen

Zudem soll der Mann auf Facebook zahlreiche Einträge verfasst haben, in denen er die IS-Ideologie verherrlicht, Terrorangriffe gutgeheißen, Durchhalteparolen an IS-Kämpfer ausgegeben und schließlich kurz vor der Bluttat IS-Anführer Abu Bakr al-Baghdadi die Treue geschworen habe.

Der Tunesier, der sich kurz nach der Tat selbst stellte, gab bei der Polizei als Motiv an, er habe ein Exempel an der Gesellschaft und der FPÖ, durch die er sich als Ausländer und Muslim diskriminiert fühlte, statuieren wollen. Ein Sohn des getöteten Paares arbeitet in einer von einem blauen Politiker geführten Abteilung des Landes, allerdings hat die Familie kein Naheverhältnis zu den Freiheitlichen. Zudem sollen die Pensionisten den Angeklagten sogar unterstützt haben.

Opfer bereits seit mehr als 20 Jahren in Haft

Der Getötete befand sich seit 2003 in Haft. Damals war er erst 17 Jahre alt. Er wurde seinerzeit wegen schwerer Sexualstraftaten zu einer mehrjährigen Haftstrafe verurteilt und aufgrund seiner Gefährlichkeit nach § 21 Absatz 2 StGB in den so genannten Maßnahmenvollzug eingewiesen.

Nach Verbüßung seiner Haft wurde er weiter im FTZ Garsten angehalten und behandelt. Sachverständige sprachen sich in regelmäßig eingeholten psychiatrischen Gutachten gegen seine bedingte Entlassung aus, weil sie von ihm ausgehende, mit einer schwerwiegenden und nachhaltigen psychischen Störung einhergehende Gefährlichkeit nicht gebannt sahen.

Was genau am Montag im FTZ Garsten passierte, war Dienstag noch Gegenstand der Ermittlungen. Das Justizministerium hatte Montagabend jedenfalls bestätigt, dass der 63-Jährige den Mitinsassen vorsätzlich getötet haben dürfte. Die Bluttat soll sich nach 15.00 Uhr auf einem Gang und damit nicht in einem Haftraum bzw. Zellen-Bereich ereignet haben. Die Tatwaffe - nach ersten Informationen ein messerähnlicher Gegenstand - wurde sichergestellt. Die Staatsanwaltschaft Steyr hat für Dienstagnachmittag nähere Informationen angekündigt.

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