Geheime Gespräche
FIFA will Frauen-Stars bei Olympia aussperren
Nächster Wirbel beim Fußball-Weltverband FIFA. Nach den umstrittenen WM-Verkaufsplänen von FIFA-Präsident Gianni Infantino gibt es nun einen brisanten Vorstoß, der das olympische Frauen-Turnier drastisch abwerten würde. Ausgerechnet vor den Spielen in Los Angeles 2028 werden nun geheime Gespräche öffentlich, laut denen der Stecker in seiner derzeitigen Form gezogen werden soll.
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Nach den Vorstellungen der Verbandsspitze sollen bei Olympia künftig keine A-Nationalteams mit all ihren weltbekannten Stars mehr auflaufen, sondern lediglich U23-Nachwuchsmannschaften. Als offizielle Begründung schiebt der Verband die angebliche Sorge um die körperliche Gesundheit der Spielerinnen und eine untragbare Terminhatz vor.
Für die kommenden Sommerspiele 2028 in Los Angeles ist die Reform zwar vom Tisch, da dort die regionalen Qualifikationen bereits anlaufen. Doch ab den Spielen 2032 in Brisbane könnte der Hammer fallen. Aus Insiderkreisen verlautet, dass beide Organisationen bereits signalisiert haben, in konkrete Verhandlungen einzusteigen. Dabei wurde das Frauen-Turnier erst für die Spiele in den USA auf 16 Mannschaften aufgestockt.
FIFA will WM nicht gefährden
Obwohl noch kein schriftlicher Antrag vorliegt, möchte die FIFA die Idee nun mit Vertretern des IOC, Spielerinnen und den großen Fußballverbänden wälzen. Wie Insider gegenüber dem Guardian bestätigten, gibt es aber bereits eine grundsätzliche Offenheit für vertiefende Gespräche.
Bereits bei den Männern erzwang die FIFA 1992 die U23-Regel, um ihre WM nicht zu gefährden. Nun, wo Frauen-Fußball weltweit an Popularität gewinnt, plant man scheinbar den selben Vorstoß auch hier.
Sollte dieser Plan tatsächlich Wirklichkeit werden, käme das einer echten Zäsur gleich. Olympia genießt im Frauenbereich einen unvergleichlich hohen Stellenwert und gilt neben der WM als wichtigster Titel überhaupt.
Warum die FIFA Olympia wirklich schwächen will
Allerdings ist von Seiten der Top-Spielerinnen mit großem Widerstand zu rechnen, die sich ihr absolutes Saison-Highlight kaum kampflos nehmen lassen wollen. Zudem winkt dem IOC mit den besten Fußballerinnen der Welt massives Geld aus TV-Rechten und Sponsorengeldern, vor allem in Kernmärkten wie Nordamerika, Europa und Australien.
Hinter den vermeintlichen Sorgen um die Gesundheit von Spitzenfußballerinnen tobt ein knallhartes Match um die Vormachtstellung im boomenden Frauenfußball. Während die FIFA das olympische Frauenturnier zur U23-Bühne degradieren will, geht es vor allem um Termine und wirtschaftlichen Einfluss.
Wirbel um Klub-WM im Olympia-Jahr
Zwar warnt der Verband vor einer Überlastung im Rekord-Kalenderjahr 2028, treibt die Expansion jedoch selbst voran. Ausgerechnet im Olympiajahr debütiert die neue FIFA-Klub-Weltmeisterschaft der Frauen mit 16 Teams, die vom 5. bis 30. Jänner 2028 in den USA stattfinden soll – exakt ein halbes Jahr vor den Spielen von Los Angeles.
Frauenfußball feierte erst 1996 in Atlanta seine olympische Premiere – damals als reiner Amateursport und von Beginn an völlig ohne Beschränkungen beim Alter. Bei den Männern hingegen, die bereits seit 1908 im olympischen Programm vertreten sind, dauerte der Streit zwischen den Verbänden Jahrzehnte. Profis durften erst 1984 teilnehmen, da die FIFA die unangefochtene Vormachtstellung ihrer eigenen Weltmeisterschaft gefährdet sah. Unter dem anhaltenden Druck des Weltverbands führte das IOC 1992 schließlich die U23-Regel ein, ehe ab 1996 drei ältere Kaderspieler erlaubt wurden.
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