Achtung

Diese beliebten Hausmittel machen eine Erkältung nur noch schlimmer

Junge Frau liegt krank mit Decke und Thermometer auf dem Sofa, benutzt ein Taschentuch.
© Getty Images/iStockphoto
Es kratzt im Hals, die Nase läuft und der Kopf dröhnt: Die Erkältungssaison hat uns wieder fest im Griff. Viele schwören jetzt auf bewährte Hausmittel, um die lästigen Beschwerden schnell wieder loszuwerden. Doch Vorsicht: Manche Hausmittel können die Symptome sogar verschlimmern.
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Der erste Reflex bei einer Erkältung? Ab aufs Sofa und Omas bewährte Hausmittel auspacken. Heiße Zitrone, Hühnersuppe, Erkältungsbad und Co. sollen uns schnell wieder auf die Beine bringen. Doch nicht alles, was als bewährtes Wundermittel gilt, hilft tatsächlich. Manche Hausmittel sind nicht nur wirkungslos, sondern können die Beschwerden sogar verschlimmern – und im schlimmsten Fall sogar gefährlich werden.

Die  heiße Zitrone

Frau mit braunen Haaren trinkt Tee auf dem Sofa, eingehüllt in eine Decke und trägt einen Pullover.
Erkältung © Getty Images

Wer kennt sie nicht, die "Heiße Zitrone" als ultimativen Vitamin-Booster? Die Idee ist super, doch die Zubereitung meistens falsch. Der Fehler: das kochende Wasser. Vitamin C (Ascorbinsäure) ist extrem hitzeempfindlich und instabil. Gießt du den frischen Zitronensaft mit sprudelnd kochendem Wasser auf, zerstörst du einen Großteil des wertvollen Vitamins direkt in der Tasse.
Die Lösung: Koche das Wasser auf, aber lass es danach unbedingt auf angenehme Trinktemperatur abkühlen (ca. 40 Grad). Erst dann kommt der Zitronensaft dazu. So bleibt das Immunsystem-Vitamin erhalten.

Heiße Milch mit Honig

Der Klassiker vor dem Einschlafen ist heiße Milch mit Honig. Bei einem ganz trockenen Reizhusten ist das tatsächlich eine Wohltat, da der Honig den Hals beruhigt und antibakteriell wirken kann.
Aber Vorsicht: Wenn du einen "produktiven", also verschleimten Husten oder starken Schnupfen hast, ist Milch das falsche Getränk. Zwar streiten sich Fachleute darüber, ob Milch wirklich neuen Schleim produziert, aber sie hinterlässt nachweislich ein zähes, schleimiges Gefühl im ohnehin schon belegten Rachen. Das Empfinden der "Verschleimung" verschlimmert sich enorm und macht das ohnehin lästige Abhusten noch schwerer.

Greife bei festsitzendem Schleim lieber zu heißem Wasser mit reinem Honig oder Kräutertees wie Thymian und Salbei. Diese unterstützen beim Lösen des Sekrets, ohne den Hals zu verkleben.

Kräftiges Naseputzen

"Putz dir ordentlich die Nase!" – diesen Satz haben wir als Kinder oft gehört. Lautes Hochziehen gilt gesellschaftlich als eklig und unhöflich. HNO-Ärzte sehen das jedoch anders: Hochziehen ist tatsächlich die gesündere Variante.Wenn du kraftvoll in dein Taschentuch schnäuzst, baust du einen enormen Druck auf. Dadurch wird das erregerhaltige Sekret mitsamt Bakterien oder Viren in die Nasennebenhöhlen oder bis ins Mittelohr gepresst. Die Folge: Aus einem harmlosen Schnupfen wird eine schmerzhafte Nasennebenhöhlenentzündung.

Die Lösung: Das ungeliebte "Hochziehen" befördert den Schleim in den Rachen. Von dort gelangt er in den Magen, wo die Magensäure den Erregern den Garaus macht. Wenn du putzen musst, dann immer ganz sanft und nur ein Nasenloch nach dem anderen.

Frau liegt krank mit Schal und Decke auf dem Sofa, Medikamente und Tasse stehen auf dem Tisch.
Erkältung © Getty Images

Das heiße Erkältungsbad

Ein wohlig warmes Bad mit Eukalyptus und Thymian klingt nach der perfekten Rettung. Und tatsächlich: Bei den allerersten Anzeichen, wenn du leicht fröstelst, aber noch fit bist, kann ein Bad helfen.
Hat dich der grippale Infekt aber schon voll erwischt und du leidest vielleicht sogar unter Fieber, ist die Badewanne tabu. Das heiße Wasser bedeutet für deinen ohnehin kämpfenden Organismus puren Stress. Es belastet das Herz-Kreislauf-System und kann die Körpertemperatur gefährlich weiter in die Höhe treiben.

Bleib lieber im Bett und trinke warmen Tee. Wer die verstopften Atemwege befreien will, kann stattdessen schonend den Kopf über eine Schüssel halten und inhalieren.

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