Gegen Hitze

Die Griechenland-Methode kühlt die Wohnung um bis zu 20 Grad

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Wenn im Sommer die Sonne auf Hauswände und Fenster knallt, heizen sich viele Wohnungen schon am Vormittag unangenehm auf. In Griechenland setzt man dagegen seit Jahrhunderten auf einen simplen Trick. Was hinter der "Griechenland-Methode" steckt – und was davon auch bei uns funktioniert.
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Weiße Häuser, blaue Fensterläden und enge Gassen: Der typische Look von Santorini, Mykonos und anderen griechischen Inseln ist längst weltberühmt. Doch hinter der strahlend weißen Architektur steckt weit mehr als nur Ästhetik. Die Farbe hilft dabei, die enorme Sommerhitze draußen zu halten.

Das Prinzip ist denkbar einfach: Weiße Oberflächen reflektieren einen großen Teil der Sonnenstrahlung, während dunkle Fassaden deutlich mehr Wärme aufnehmen. Dadurch können sich weiß gestrichene Außenwände wesentlich weniger stark aufheizen.

Weiße Wände bleiben deutlich kühler

Der griechische Architektur- und Energieexperte Mat Santamouris von der University of New South Wales erklärt, dass die Oberflächentemperatur weißer Wände an heißen Tagen um etwa 15 bis 20 Grad niedriger liegen kann als bei stark aufheizenden dunklen Oberflächen.

Wichtig dabei: Das bedeutet nicht automatisch, dass es im Wohnzimmer plötzlich 20 Grad kühler wird. Entscheidend ist vielmehr, dass weniger Hitze überhaupt erst in das Gebäude gelangt.

Besonders gut funktioniert das Prinzip bei der traditionellen Bauweise vieler griechischer Inselhäuser. Ihre massiven, dicken Wände erwärmen sich nur langsam und speichern die Temperatur über viele Stunden.

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Darum bleiben griechische Häuser so lange angenehm kühl

Die Wände dienen dabei als eine Art Wärmepuffer. Weil die weiße Fassade einen Teil der Sonnenenergie reflektiert, erwärmt sich das Mauerwerk tagsüber langsamer.

Die schweren Wände können kühlere Temperaturen lange speichern. Dringt kurzfristig warme Luft ins Haus, nimmt das Mauerwerk einen Teil dieser Wärme auf. Erst später am Abend geben die Wände die gespeicherte Wärme wieder ab – idealerweise dann, wenn es draußen bereits deutlich kühler geworden ist.

Kleine Fenster und Fensterläden gehören zum Hitze-Trick

Doch die berühmten weißen Fassaden sind nur ein Teil der traditionellen griechischen Kühlstrategie. Auf vielen Kykladen-Inseln wurden Häuser ursprünglich aus dunklem Stein errichtet und anschließend mit heller Kalkfarbe bestrichen. Dazu kommen weitere architektonische Tricks: kleine Fenster, außenliegende Fensterläden und enge Gassen, die möglichst viel Schatten erzeugen und Luftbewegung fördern.

Das Ziel ist bei allen Maßnahmen dasselbe: Die Hitze soll gar nicht erst ins Gebäude gelangen.

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Funktioniert die Griechenland-Methode auch bei uns?

Wer jetzt zum weißen Farbeimer greifen möchte, sollte allerdings keine Wunder erwarten. Moderne Häuser in Österreich und Mitteleuropa sind meist wesentlich stärker gedämmt als traditionelle Gebäude auf griechischen Inseln.

Die Dämmung verhindert bereits einen großen Teil des Wärmeaustauschs über die Außenwand. Die Farbe der Fassade hat deshalb bei modernen Gebäuden häufig einen deutlich geringeren Einfluss auf die Raumtemperatur.

Trotzdem lässt sich der wichtigste Griechenland-Trick problemlos übernehmen: Sonne möglichst konsequent draußen halten.

Am effektivsten sind dabei außenliegende Rollläden, Fensterläden oder Jalousien. Sie stoppen die Sonnenstrahlen, bevor diese überhaupt durch die Glasscheiben ins Zimmer gelangen und dort Böden, Möbel und Wände aufheizen.

Auch richtiges Lüften hilft: Fenster sollten im Hochsommer möglichst früh morgens sowie spät abends oder nachts geöffnet werden, wenn die Außentemperatur niedriger ist als jene in der Wohnung.

Bei einem ohnehin geplanten Neubau oder einer Renovierung können außerdem helle Dächer und Fassaden sowie gut durchdachte Verschattungssysteme helfen, die sommerliche Hitzeentwicklung zu reduzieren.

Der entscheidende Trick gegen aufgeheizte Wohnungen

Der Blick nach Griechenland zeigt damit vor allem eines: Wer seine Wohnung kühl halten möchte, sollte nicht erst versuchen, die Hitze wieder herauszubekommen.

Je weniger Sonnenenergie überhaupt ins Haus gelangt, desto angenehmer bleibt es auch ohne ständig laufende Klimaanlage. Und genau dieses Prinzip wenden die Griechen mit ihren weißen Häusern bereits seit Jahrhunderten an.

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