Kürzeres Studium
Das ändert sich jetzt bei der Lehrerausbildung
Seit ihrer Einführung vor gut zehn Jahren steht die "PädagogInnenbildung Neu" in der Kritik: zu lang, zu theorielastig. Die Ausbildung für angehende Volksschullehrer wurde nach langer Diskussion im Vorjahr reformiert. Im neuen Studienjahr, das mit Oktober beginnt, wird auch das Lehramtsstudium für die Sekundarstufe (Mittelschule, AHS, BMHS) umgekrempelt: Die Ausbildung wird um ein Jahr verkürzt und soll durch neue inhaltliche Schwerpunkte besser auf die Praxis vorbereiten.
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Wer in der Sekundarstufe unterrichten will, muss ab dem Studienjahr 2026/27 - wie im Bologna-Studiensystem international üblich - nur noch drei Jahre Bachelor- und zwei Jahre Masterstudium hinter sich bringen und studiert damit ab sofort gleich lang wie angehende Volksschullehrerinnen und -lehrer. Im Zuge der Kürzungen wurden dabei etwa die Stunden für bildungswissenschaftliche Grundlagen deutlich zurückgestutzt.
Mehr inhaltliche Vorgaben
Inhaltlich gibt es nun mehr Vorgaben für die österreichweit vier regionalen Ausbildungsverbünde aus Unis und Pädagogischen Hochschulen (PH), die Lehrerausbildung soll dadurch besser auf die tatsächlichen Herausforderungen im Klassenzimmer vorbereiten. Neben "Inklusiver Pädagogik" muss nun etwa verpflichtend auch "Deutsch als Zweitsprache oder sprachliche Bildung" als Schwerpunkt angeboten werden.
Laut "Rahmenvorgaben" muss außerdem auch u.a. der Umgang mit sprachlicher, kultureller und religiöser Vielfalt, Genderkompetenz und der Umgang mit digitalen Medien in den Studienplänen verankert sein. Der Verbund Nord-Ost, zu dem mit der Uni Wien auch die größte Lehrer-Ausbildungsstätte des Landes gehört, hat dazu passend alle besonders praxisrelevanten Querschnittsthemen (u.a. Sprach- und Krisenkompetenz, professioneller Umgang mit Diversität, Inklusion oder KI) im neuen "Kompetenzfeld Schule" zusammengefasst.
Als Gegenstück zum fächerübergreifenden Unterricht dürfen in den neuen Studienplänen auch Fächerbündel aus drei oder mehr einander überschneidenden Gegenständen angeboten werden, etwa im MINT-Bereich (Mathematik, Informatik, Technik). Vor allem der Master muss außerdem künftig besser berufsbegleitend studierbar sein, immerhin stehen viele Lehramtsabsolventen schon mit dem Bachelorabschluss in der Klasse.
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