Pädo-Anklage fertig

4-Jährige missbraucht: Kabarettist Gunkl ist der Beschuldigte!

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Der Vorfall soll sich neuesten Infos zufolge vor zwei Jahren zugetragen haben. Der Kabarett-Star Günther "Gunkl" Paal - gegen den auf freiem Fuß ermittelt wird - wurde daraufhin von der Mutter und der Oma des Mädchens um 150.000 Euro erpresst. Die Frauen sitzen in U-Haft. Gunkls Anwalt bestätigte oe24 die Vorwürfe gegen seinen Mandanten.
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Wien. Eine neue Pädophilen-Causa, die ähnlich aufwühlend ist wie der Fall Teichtmeister, erschüttert die Bühnen- und TV-Szene in Österreich: Wie oe24 bereits am Samstag als erstes Medium aufgedeckt hat, wird gegen eine einheimische Bühnengröße - die vom bekannten Strafverteidiger Florian Höllwarth vertreten wird - wegen des Verdachts des Kindesmissbrauchs und wegen des Besitzes von Missbrauchsdarstellungen Minderjähriger ermittelt.

Nun bestätigte der Anwalt, was längst schon alle Spatzen vom Dach pfiffen: Bei dem Mann handelt es sich um den 64-jährigen Kabarettisten Günther Paal alias Gunkl, der diese Woche Premiere für sein jüngstes Programm "Apropos übrigens" gehabt hätte, die Veranstaltung aber vier Stunden davor "aus gesundheitlichen Gründen" abgesagt hat. Tatsächlich ist Gunkl nach den Enthüllungen in Spitalsbehandlung.

Anklage gegen Kabarettist steht bereits

Der Beschuldigte - der sich vor zwei Jahren an einer 4-Jährigen vergriffen haben soll - ist grundsätzlich zu dem einmaligen Vorfall geständig und wartet auf freiem Fuß auf seine Verhandlung. Wie die Staatsanwaltschaft Wien bestätigt, wird gegen den bekannten heimischen Künstler ermittelt, laut Gerichtsinfos ist die (nicht rechtskräftige) Anklage aber bereits fertiggestellt.

Stadtzeitungs-Redakteur Florian Klenk outete den Verdächtigen als einer der ersten. Der Falter hatte eine große Reportage zur geplanten Premiere gehabt.
Stadtzeitungs-Redakteur Florian Klenk outete den Verdächtigen als einer der ersten. Der Falter hatte eine große Reportage zur geplanten Premiere gehabt. © Facebook

Es geht um 190.000-Euro-Erpressung

Für zusätzliche Brisanz sorgt indes ein krimihafter Twist in der furchtbaren Missbrauchsgeschichte. Wie oe24 berichtete, soll Paal nämlich vor Bekanntwerden der Pädophilie-Affäre erpresst worden sein - und zwar um 190.000 Euro. Demnach war die Mutter des heute 6-jährigen Opfers (bei der es sich neuesten Infos  um eine Bekannte handeln soll) nicht zur Polizei gegangen, als sich ihnen das Kind anvertraute oder sie sonst irgendwie dahinterkamen, dass etwas Schlimmes passiert war. Fortan fingen die 42-Jährige Slowakin Petra K. und ihre Mutter nun an, den Verdächtigen mit angeblichen Fotos des Missbrauchs - er hatte das Kind auf die nackten Genitalien geküsst - zu erpressen, sonst würden sie ihn in der Öffentlichkeit outen.

Die Slowakin soll Gunkl über ein Inserat kennengelernt und mit der um 20 Jahre jüngeren Frau doch zeitweise eine Beziehung geführt haben.

Nach und nach kamen eine Forderung von knapp 190.000 Euro zusammen - 160.000 sind auch in 10.000-Euro-Tranchen geflossen, bis der Bühnen- und TV-Star im Frühjahr nicht mehr konnte oder wollte. Er zeigte die beiden Frauen als mutmaßliche Erpresserinnen an und  lieferte sich so auch selbst den Behörden aus. Und legte daraufhin ein Geständnis ab.

Datenträger mit Missbrauchsdarstellungen bei Hausdurchsuchung gefunden

Bei einer Hausdurchsuchung wurden dann auch noch Datenträger  (960 Bild- und 19 Videodateien sexualbezogenen Kindesmissbrauchsmaterials mündiger und unmündiger Minderjähriger), die allerdings 13 Jahre alt sein sollen.

Mann im Anzug mit Brille sitzt bei einer Pressekonferenz am Tisch mit Mikrofon und Dokumenten.
Günther Paals Verteidiger Florian Höllwarth © TZOe Fuhrich

Frauen in U-Haft - Kinder fremduntergebracht

Gegen die Frauen, die den Künstler unter Druck gesetzt und zur Zahlung eines ansehnlichen Geldbetrags gebracht haben sollen, wird wegen schwerer Erpressung ermittelt, verhaftet wurden sie in flagranti, als sie 30.000 Euro von Gunkl "abholten".  Im Unterschied zum Künstler sitzen die beiden in U-Haft, und zwar seit Anfang Juni bzw. Anfang Juli, wie Christina Salzborn, die Sprecherin des Wiener Landesgerichts bestätigt. Das Opfer und ihr Bruder sind unter Beiziehung der Kinder- und Jugendbehörde in einer Kriseneinrichtungen bzw. bei Kriseneltern fremduntergebracht worden.

Außerdem war zu erfahren, dass die Anklage alle drei Beschuldigten umfasst und es zu einer gemeinsamen Verhandlung am Landesgericht kommen wird. Ein Termin ist noch nicht fixiert.

Kabarettisten drohen bis zu 5 Jahre Haft

Die Strafdrohung für die Erst- und Zweitangeklagte beträgt ein bis zehn Jahre Freiheitsstrafe, jene für den Drittangeklagten sechs Monate bis fünf Jahre. Es gilt die Unschuldsvermutung.

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