Im Livestream

Britischer Influencer sticht auf Flüchtlingsboot ein

© APA/AFP/BENJAMIN CREMEL
Im Ärmelkanal sorgt ein Livestream für Aufsehen: Der britische Aktivist Daniel Thomas soll auf ein leeres Schlauchboot eingestochen haben, das zuvor von Migranten für die Überfahrt nach Großbritannien genutzt worden war. Nun wurde der 37-Jährige festgenommen.
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Auf den Aufnahmen ist zu sehen, wie Thomas mit einem Motorboot auf das treibende Schlauchboot zufährt. Dann sticht er mit einem scharfen Gegenstand, offenbar einem Messer, in das Boot.

Dabei soll sich auch ein französischer Küstenwache-Beamter an Bord befunden haben. Der Mann konnte sich laut den Berichten noch rechtzeitig retten.

Thomas soll während der Aktion seine migrationsfeindliche Haltung deutlich gemacht haben. Der gesamte Einsatz wurde von ihm per Livestream mit seinen Followern geteilt.

Rund 50 Migranten waren zuvor gerettet worden

Das Schlauchboot war zuvor von der britischen Seenotrettung erreicht worden. Rund 50 Migranten sollen daraus evakuiert und nach Dover gebracht worden sein.

© YouTube / Danny Tommo

Anschließend trieb das leere Boot im Ärmelkanal. Genau dieses Boot soll Thomas später mit seinem Motorboot angegriffen haben.

Als Thomas und seine Crew nach der Aktion davonfuhren, soll er der Küstenwache unter anderem vorgeworfen haben, zu viel Geld zu bekommen.

Aktivist mit rechter Vergangenheit

Thomas ist in Großbritannien unter dem Namen "Danny Tommo" bekannt. Er gilt als rechter Aktivist und trat zuletzt immer wieder mit migrationsfeindlichen Aktionen in Erscheinung.

Anfang September organisierte er Proteste gegen Migration, bei denen unter anderem die Hafenstädte Dover und Portsmouth blockiert wurden.

Thomas soll außerdem ein enger Vertrauter und ehemaliger Bodyguard des bekannten britischen Rechtsextremisten Tommy Robinson gewesen sein. Anfang des Jahres gründete er die Organisation "Patriot Platform".

Jetzt droht ihm ein Verfahren

Die zuständige Polizei bestätigte die Festnahme eines 37-Jährigen, nachdem im Ärmelkanal ein Boot beschädigt worden war, auf dem sich ein Rettungshelfer befunden hatte.

Thomas steht demnach unter dem Verdacht der Sachbeschädigung mit der Absicht, Leben zu gefährden. Zudem wird ihm vorgeworfen, gegen weitere Vorschriften des Seerechts verstoßen zu haben.

Der Aktivist befindet sich in Gewahrsam und soll noch am Freitag vor Gericht erscheinen.

Hunderte Unterstützer fordern seine Freilassung

Vor der Polizeistation versammelten sich bereits mehrere Hundert Unterstützer von Thomas. Viele von ihnen trugen schwarze Kleidung und demonstrierten für seine Freilassung.

Für Thomas ist es nicht die erste Verurteilung. 2016 bekannte er sich schuldig, einen Mann entführt und mit einem Messer bedroht zu haben. Dafür wurde er zu zwei Jahren Haft verurteilt.

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