Schuld an dieser harten Konzernentscheidung sind die massiv gestiegenen Standortkosten am Flughafen Wien-Schwechat.
Alte Boeing 777 müssen bis 2030 weiterfliegen
Die Nachricht trifft die rot-weiß-rote Fluglinie zur Unzeit. Eigentlich sollten die modernen Langstreckenjets vom Typ Boeing 787 die in die Jahre gekommene Langstreckenflotte Schritt für Schritt ablösen. Wie die Presse zuerst berichtete, bleibt durch den Stopp der Zuteilung aus der Frankfurter Konzernzentrale der AUA nun keine andere Wahl, als ihre beinahe 30 Jahre alten Boeing 777 noch mindestens bis zum Ende des Jahrzehnts im regulären Liniendienst zu halten.
Auch interessant
Kosten-Explosion: Staatliche Gebühren stiegen um 85 Prozent
Seit dem Jahr 2019 kletterten die staatlich verordneten Kosten für den Flugverkehr hierzulande um gewaltige 85 Prozent nach oben. Im restlichen Europa stiegen die staatlichen Kosten im selben Zeitraum lediglich um 47 Prozent. Die reinen Gebühren des Flughafens Wien entwickelten sich mit einem Plus von 22 Prozent moderat (Europa-Schnitt: 27 Prozent).
Besonders die österreichische Flugabgabe in Höhe von zwölf Euro pro abfliegendem Passagier ist der Fluggesellschaft ein schwerer Klotz am Bein. Diese Sondersteuer spült der Republik Österreich jedes Jahr rund 170 bis 180 Millionen Euro in die Staatskasse. Rund die Hälfte dieser Summe stammt direkt von Passagieren der AUA. Damit zahlt die Fluggesellschaft über die Ticketabgabe ihrer Fluggäste in etwa denselben Betrag an den Staat, den das gesamte Unternehmen im Geschäftsjahr 2025 an operativem Betriebsgewinn erwirtschaften konnte (84 Millionen Euro).
AUA-Chefin schlägt Alarm: Politik gefordert
AUA-Vorstandsvorsitzende Annette Mann fand deutliche Worte für die verfahrene Situation: "Unternehmen investieren dort, wo die Rahmenbedingungen langfristig die besten Perspektiven bieten." Die AUA-Spitze pocht daher gemeinsam mit der Wirtschaft seit Monaten auf eine spürbare Entlastung. Konkret fordert die Airline eine Senkung der Flugabgabe von zwölf auf acht Euro pro Fluggast. Dies würde der heimischen Luftfahrt dringend benötigte Luft verschaffen, den Staatshaushalt allerdings rund 60 Millionen Euro an jährlichen Einnahmen kosten.
Gewinn bricht um 37 Prozent ein – Nachteile für Passagiere
Wie angespannt die wirtschaftliche Lage bei der AUA tatsächlich ist, belegen die jüngsten Quartalszahlen für die ersten neun Monate 2026. Zwar verzeichnete das Unternehmen einen starken Reisesommer mit 4,9 Millionen beförderten Passagieren, der bereinigte Betriebsgewinn stürzte jedoch im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 37 Prozent auf 48 Millionen Euro ab.
Ob und wann die AUA zu einem späteren Zeitpunkt doch noch neue Langstreckenjets erhält, bleibt völlig offen. Die Verhandlungen zwischen Airline und Bundesregierung laufen auf Hochtouren.
OE24 TV Live-Stream
OE24 TV Live-Stream
Fehler im Artikel gefunden?Jetzt melden