Gefährlich!
Ab 39 Grad sollten Sie den Ventilator ausschalten - aus diesem Grund
Wenn es draußen brütend heiß ist, läuft der Ventilator bei vielen im Dauerbetrieb. Kein Wunder: Der Luftzug fühlt sich angenehm kühl an und sorgt zumindest für etwas Erleichterung. Doch genau dieser Effekt hat seine Grenzen. Bei extremer Hitze kann ein Ventilator den Körper sogar zusätzlich belasten und das selbst bei jungen, gesunden Menschen.
Ein Ventilator kühlt die Luft gar nicht
Viele denken, ein Ventilator würde die Raumtemperatur senken. Tatsächlich macht er aber etwas ganz anderes. Er bewegt lediglich die Luft. Dadurch verdunstet der Schweiß auf der Haut schneller, wodurch dem Körper Wärme entzogen wird. Genau deshalb fühlt sich der Luftzug angenehm kühl an. Solange die Temperaturen noch im normalen Sommerbereich liegen, funktioniert dieses Prinzip sehr gut.
Ab etwa 39 Grad kippt der Effekt
Problematisch wird es jedoch, wenn die Raumtemperatur extrem ansteigt. Eine Untersuchung, die im Fachjournal JAMA Network Open veröffentlicht wurde, zeigt: Bei Temperaturen von rund 39 Grad Celsius und einer Luftfeuchtigkeit von etwa 49 Prozent kann der Ventilator den Körper stärker belasten, als er ihn kühlt. Der Grund: Ist die Luft selbst extrem heiß, bläst der Ventilator diese warme Luft permanent auf die Haut. Irgendwann nimmt der Körper dadurch mehr Wärme auf, als er durch die Verdunstung des Schweißes wieder abgeben kann. Der Luftzug fühlt sich zwar weiterhin angenehm an, tatsächlich steigt der Hitzestress für den Körper jedoch.
Auch junge Menschen sind betroffen
Für die Studie verbrachten 20 junge, gesunde Erwachsene mehrere Stunden in einer Klimakammer, einmal mit Ventilator, einmal ohne. Untersucht wurden unter anderem Herzfrequenz, Körpertemperatur, Schweißproduktion und das persönliche Hitzeempfinden. Das Ergebnis: Gerade bei extremer Hitze und hoher Luftfeuchtigkeit brachte der Ventilator keinen klaren Vorteil mehr. Stattdessen erhöhte sich die Schweißproduktion deutlich.
Besonders kritisch wird es, wenn der Körper bereits unter Flüssigkeitsmangel leidet. Mit eingeschaltetem Ventilator verdunstet der Schweiß schneller – dadurch verliert der Körper auch mehr Flüssigkeit. In der Untersuchung lag die Schweißproduktion mit Ventilator sogar rund 60 Prozent höher. Wer dann nicht ausreichend trinkt, belastet den Kreislauf zusätzlich.
Wann Sie den Ventilator ausschalten sollten
Sie müssen Ihren Ventilator also nicht grundsätzlich meiden. Kritisch wird es vor allem dann, wenn mehrere Faktoren zusammenkommen:
- Raumtemperaturen um die 39 Grad
- hohe Luftfeuchtigkeit
- körperliche Anstrengung
- zu wenig Flüssigkeit
- starkes Schwitzen oder Kreislaufprobleme
Dann sollten Sie den Ventilator nicht dauerhaft direkt auf Ihren Körper richten oder ihn sogar ganz ausschalten.
Was stattdessen hilft
Wenn die Wohnung zur Sauna wird, helfen andere Maßnahmen deutlich besser:
- Räume tagsüber abdunkeln.
- Früh morgens oder spät abends lüften.
- Ausreichend Wasser trinken.
- Lauwarm duschen statt eiskalt.
- Feuchte Tücher auf Nacken oder Arme legen.
- Wenn möglich kühlere Orte aufsuchen.
Ein Ventilator bleibt an heißen Sommertagen ein praktischer Helfer, allerdings nicht unter allen Bedingungen. Steigen die Temperaturen im Raum in Richtung 39 Grad, reicht der kühlende Effekt irgendwann nicht mehr aus. Dann kann der warme Luftstrom den Körper sogar zusätzlich aufheizen.
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