Am 8. August 2013 knackte Bad Deutsch-Altenburg in Niederösterreich die 40-Grad-Marke. Es ist mit exakt 40,5 Grad Celsius der bisher heißeste Tag in der Messgeschichte Österreichs. Doch der könnte schon bald Geschichte sein, wie neueste Modelle zeigen.
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Während der extremen Hitzewelle im Juni erreichte auch die Hauptstadt Wien erstmals in der Historie die 40-Grad-Marke. Allerdings war damals schon klar: Es kann heuer noch heißer werden. Denn traditionell sind die Monate Juli und August noch wärmer als der Juni, und die nächste Hitzewelle rollt derzeit mit voller Wucht über das Land.
Während bisher stets vom heißesten Tag des Jahres am Freitag die Rede war, zeigen die neuesten Wettermodelle, dass das noch nicht der Höhepunkt der aktuellen Hitzewelle sein wird. Grund dafür ist, dass bisher mit einer Abschwächung der hohen Temperaturen am Wochenende gerechnet wurde, die neueste Entwicklung sieht allerdings keinen Grund zur Entwarnung.
Fällt der Hitzerekord?
Ganz im Gegenteil, am Montag muss man in Wien wieder mit einem neuen Hitzerekord rechnen. Für die Hauptstadt werden 40 Grad prognostiziert. In Österreichs Hitze-Hotspot Bad Deutsch-Altenburg könnte das Thermometer sogar über die bisher unberührte 41-Grad-Grenze klettern. Vorerst gab die GeoSphere Austria nicht die höchste Warnstufe aus, weil man mit einer Beruhigung am Wochenende gerechnet hatte, das könnte sich nun allerdings ändern.
Die Anzahl der Hitzewellentage steigt stärker an als die Anzahl der Hitzewellen, hieß es in der Aussendung weiter. Von den 1940er- bis zu den 1980er-Jahren gab es noch etwa ein bis zwei Hitzewellen pro Jahr, die im Mittel ein bis acht Hitzewellentage brachten. In den 2010er- und 2020er-Jahren gibt es mittlerweile zwei bis drei Hitzewellen pro Jahr, die im Mittel fünf bis 25 Hitzewellentage bringen.
Die Jahre ohne Hitzewelle gingen hingegen deutlich zurück. "Auch die Saison von Hitzewellen dehnte sich aus. Der früheste Beginn in der Periode 1961 bis 1990 war der 1. Juni, in der Periode 1991 bis 2020 war es aber schon der 29. April", berechnete Orlik. Die absoluten Maxima der Lufttemperatur in einer Hitzewelle sind von den 1980er-Jahren bis zu den 2020er-Jahren um etwa drei Grad gestiegen.
Auch Hitzebelastung steigt
Zudem habe sich das Potenzial für Hitzebelastung erhöht, wie ein Schwereindex zeige. Dieser kombiniert Dauer und mittlere Höchsttemperatur einer Hitzewelle. Im Mittel der neun Landeshauptstadt-Stationen stieg dieser Index vom Klima um 1975 bis zum aktuellen Klima von 5,3 auf 12,9 Grad-Tage - und damit um den Faktor 2,4.
"Hitzewellen treten heute nicht nur häufiger auf, sie dauern vielfach länger und erreichen höhere Temperaturen. Daraus ergibt sich ein deutlich erhöhtes Potenzial für gesundheitliche Belastungen", erklärte Klimaforscher Marc Olefs von der GeoSphere Austria. Wie stark die Belastung tatsächlich empfunden wird, hänge neben der Lufttemperatur auch von Luftfeuchtigkeit, Wind und Strahlung ab. Diese Faktoren fließen in die Bewertung der gefühlten Temperatur und damit auch in die Hitzewarnungen der GeoSphere Austria ein. Olefs: "Wie stark diese Risiken in Zukunft weiter zunehmen, hängt wesentlich davon ab, wie rasch die globalen Treibhausgasemissionen sinken: Konsequenter Klimaschutz kann die weitere Verschärfung begrenzen, während Anpassungs- und Hitzeschutzmaßnahmen bereits heute unverzichtbar sind."
Extreme Trockenheit wird verschärft
Die Trockenheit in Österreich, die schon seit Monaten andauert, wird durch die Hitze weiter verschärft. "An den seit Dezember 2025 vorherrschenden niederschlagsarmen Verhältnissen hat sich auch im Juli wenig geändert", analysierte Klimatologe Orlik. "Die Regenmengen im Juli waren oft zu gering, um eine weitere Verschärfung der anhaltenden Dürre zu verhindern."
Nach wie vor fehlen seit Jahresbeginn rund 30 Prozent auf ausgeglichene Niederschlagsverhältnisse: "Im Klimamittel sollten es bis zum 27. Juli im bundesweiten Flächenmittel 609 Millimeter Niederschlag sein. Bis jetzt fiel aber nur eine Regenmenge von 426 Millimeter. Damit war es in Österreich - zumindest seit dem Beginn des 20. Jahrhunderts - in den ersten sieben Monaten eines Jahres nicht mehr so niederschlagsarm", so Orlik.
Durch häufiges Hochdruckwetter mit viel Sonnenschein und langen Niederschlagspausen, speziell in der zweiten Mai- und Junihälfte sowie Ende Juli, waren die Verdunstungsraten sehr hoch. Das habe das Feuchtedefizit in den Böden weiter erhöht. Ähnlich wenig Niederschlag fiel in den Jahren 1971 und 2003. Dennoch waren die Defizite zum Klimamittel mit minus 27 beziehungsweise minus 25 Prozent etwas geringer als 2026.
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