Traditionsbetrieb

3 Weltrekorde: Kult-Handwerker trotzdem pleite

Blick auf den Dresdner Striezelmarkt mit festlich beleuchtetem Baum und der Kreuzkirche im Hintergrund.
© Getty Images/iStockphoto
Einem der bekanntesten Traditionsbetriebe Sachsens droht das Aus: Die Erzgebirgische Holzkunst Gahlenz GmbH RuT ist insolvent. Rund 30 Mitarbeiter bangen nun um ihre Zukunft.
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Einen Hoffnungsschimmer gibt es trotz der schwierigen Lage auf der Website des Unternehmens: Von Samstag, 5. September, bis Montag, 7. September, stellen die Drechsler auf der Geschenkemesse Cadeaux in Leipzig aus. Doch hinter den Kulissen kämpft der Betrieb ums Überleben. Am Freitag meldete die Erzgebirgische Holzkunst Gahlenz GmbH RuT mit Sitz in Oederan beim Amtsgericht Chemnitz Insolvenz an,. das berichtet die deutsche Bild. Betroffen sind rund 30 Mitarbeiter im Ort zwischen Chemnitz und Dresden, die nun um ihre Arbeitsplätze bangen. Die Führung des Verfahrens liegt vorerst bei der Kanzlei Flöther & Wissing als Insolvenzverwalter. Die Geschäftsführung gab am Wochenende keine Stellungnahme ab.

Rekordwerke aus dem Erzgebirge

Das Traditionshaus ist international für seine Großprojekte bekannt. Darunter befindet sich die mit 14,60 Metern höchste Stufenpyramide der Welt, die 1997 für den Dresdner Striezelmarkt gebaut wurde, sowie ein 7,14 Meter hoher Nussknacker vor dem Werkstor. Beide Werke schafften den Sprung ins Guinnessbuch der Rekorde. Die Erzeugnisse wurden weltweite Exportschlager und stehen in Texas, Alabama sowie Tokio. Auch auf deutschen Weihnachtsmärkten in Berlin, Erfurt, Stuttgart und Mainz gehören die Figuren zum festen Bild.

Blick auf die Zahlen

Die wirtschaftliche Schieflage zeichnete sich in den Zahlen ab. Laut Geschäftsbericht 2023/24 in der Wirtschaftsdatenbank North Data wies der Betrieb einen Überschuss von knapp 132.000 Euro aus – eine geringe Summe für eine Manufaktur mit aufwendiger Handarbeit und hohem Personalaufwand. Ob die Auftragsbücher in der aktuellen Krise gefüllt blieben, ist ungewiss.

Geschichte des sächsischen Betriebs

Die Firmengeschichte reicht bis in die 1920er-Jahre zurück. Zu DDR-Zeiten lief die Produktion unter dem Namen VEB Raum- und Tafelschmuck Gahlenz. Nach der Wiedervereinigung übernahmen die damaligen Mitarbeiter Jochen Schumann und Gundolf Berger den Betrieb von der Treuhand, um die erzgebirgische Holzkunst als Privatunternehmen weiterzuführen.

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