Jagdleiter geständig
100 Fasane in Kisten gepfercht: NÖ-Polizei stoppt illegale Jagd
Der Hinweis einer Jägerin brachte sieben Tierschützer des Vereins gegen Tierfabriken (VGT) auf eine brandheiße Spur: Auf einem Firmengelände in Hof am Leithagebirge entdeckten sie gut 100 Fasane in winzigen Kisten, die auf einem Anhänger des hiesigen Jagdleiters gelagert waren. Beobachtungen legen nahe, dass sich die Tiere dort schon seit zehn Stunden befanden, ehe der VGT um 4 Uhr früh die Polizei verständigte, welche dann den Jagdleiter aus dem Bett holte und einvernahm.
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Dieser bestritt zunächst, Kenntnis über die Fasane auf seinem Laster zu haben. Im Laufe der Befragung gab der Jagdleiter aber schließlich zu, dass er die aus Ungarn stammenden Tiere im Burgenland aussetzen wollte, damit sie bei einer Treibjagd abgeschossen werden konnten. Und das, obwohl im Burgenland das Aussetzen gezüchteter Fasane für die Jagd seit 2022 verboten ist. Der Mann gestand auch, die Vögel ohne Papiere über die Grenze gefahren zu haben.
Die Polizei verpflichtete den Jagdleiter, die Tiere zum Verkäufer nach Ungarn zurückzubringen. Wenige Stunden später geschah das auch. Ob es zu rechtlichen Konsequenzen kommt, hängt von der weiteren Prüfung möglicher Verstöße ab. Diese reichen von Tierquälerei nach dem Tierschutzgesetz über die Verletzung der Bestimmungen des Tiertransportgesetzes bis zu möglichen Übertretungen von Normen zur Einfuhr von Tieren aus dem Ausland nach Österreich.
"Ein echter Skandal"
"Dieser Fall ist in mehrfacher Hinsicht ein echter Skandal. Einerseits, dass es Jäger:innen und ganze Jagdgesellschaften gibt, die ernsthaft noch immer Zuchtfasane aus Ungarn importieren, um sie direkt vor dem Abschuss auszusetzen. Diese armen Tiere stammen aus einer klassischen Massentierhaltung, sind völlig hilflos und noch nie geflogen. Der Schuss auf die Fasane im langsamen Erstflug sei besonders einfach, heißt es. Andererseits ist das Aussetzen von Zuchtfasanen unmittelbar vor der Jagd schon seit Jahrzehnten verboten, das Aussetzen grundsätzlich im Burgenland bereits seit 4 Jahren", erklärt VGT-Obperson DDr. Martin Balluch, der persönlich vor Ort war und die Polizei zu Hilfe gerufen hat.
"Das war diesem Jagdleiter definitiv bewusst", so Balluch weiter. "Er hat einfach gehofft, nicht erwischt zu werden. Leider ist es ohne Hinweis aus der Bevölkerung extrem schwer, eine derartige Tierquälerei aufzudecken und zu verhindern. Deswegen wiegt ein solches moralisches Verbrechen an den hilflosen, ungeschützten Tieren in meinen Augen besonders schwer. Ich hoffe, dem Jagdleiter wird der Jagdschein entzogen, weil das Amt der burgenländischen Landesregierung hoffentlich ein solches Verhalten nicht dulden wird."
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