PISA-Studie
Zahl der Sitzenbleiber explodiert
Bei der jüngsten Ausgabe der PISA-Studie haben 18 Prozent der 15-Jährigen angegeben, dass sie schon mindestens einmal sitzengeblieben sind. An Brennpunktschulen waren es sogar 36 Prozent. Im OECD-Schnitt gab es 2025 nur knapp elf Prozent Repetenten, bei den PISA-Siegern Estland und Irland nicht einmal fünf.
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Schon in der Volksschulzeit müssen neun Prozent mindestens ein Jahr wiederholen, ebenso viele sind es in der Mittelschule und AHS-Unterstufe. In der AHS-Oberstufe bzw. in den Berufsbildenden mittleren und höheren Schulen kommt Sitzenbleiben dann vergleichsweise selten vor (vier Prozent). Dass Schüler dieselbe Schulstufe dreimal besuchen müssen, ist extrem selten (unter zwei Prozent). Einen besonders großen Anteil an Repetenten weist die PISA-Studie 2025 unter Schülerinnen und Schülern aus, deren Eltern wenig Geld und eine geringe formale Bildung haben bzw. aus dem Ausland zugewandert sind (28 bzw. 30 Prozent). Vergleichsweise wenige Sitzenbleiber gibt es wiederum unter Jugendlichen aus wohlhabenderen Akademikerfamilien, in Privatschulen und am Land (etwa ein Zehntel).
Je weniger Geld, umso wahrscheinlicher das Durchfallen
Während im OECD-Schnitt Klassenwiederholungen seit 2012 seltener geworden sind, zeigt der Trend in Österreich weiter nach oben: Zwischen 2012 und 2025 ist der Anteil der Repetenten von 12 auf zuletzt 18 Prozent gestiegen (OECD-Schnitt: 14 bzw. 11 Prozent). Eine ähnliche Größenordnung findet man in Europa nur in Spanien, Deutschland und den Benelux-Staaten, wo es wie in Österreich vergleichsweise viele Schüler aus zugewanderten Familien mit wenig Geld gibt und wo - mit Ausnahme Spaniens - die soziale Herkunft besonders starken Einfluss auf die PISA-Leistungen hat. Die höchsten Repetenten-Quoten von 30 Prozent und mehr gibt es dort, wo besonders viele Jugendliche aus Familien mit wenig Geld leben. Im Schlusslicht Ruanda wiederholt sogar mehr als die Hälfte mindestens ein Schuljahr.
Laut OECD-Daten müssen Schüler mit schlechteren Lernvoraussetzungen deutlich öfter Klassen wiederholen, selbst wenn sie bei PISA ähnlich gut abschneiden wie Jugendliche aus Familien mit mehr Geld und höherem Bildungsabschluss. OECD-Bildungsdirektor Andreas Schleicher übt noch aus anderen Gründen seit Jahren Kritik an Klassenwiederholungen: Die zusätzlichen Jahre seien für das System teuer, ohne Schülern mit Förderbedarf beim Aufholen zu helfen. Gleichzeitig stigmatisiere und demotiviere die Maßnahme die Kinder und Jugendlichen, was das Risiko von Schulabbruch erhöht.
In den PISA-Spitzenländern ist das Sitzenbleiben im klassischen Sinn unterdessen gar nicht vorgesehen (Japan) oder selten (Estland, Irland: fünf Prozent, Südkorea: knapp zwei Prozent). Statt auf mehr Jahre in der Schule setzt man dort auf individuelle Förderung der Kinder und gegebenenfalls Unterstützung der Familien.
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