Cool Couture
Klimaanlage zum Anziehen: Diese Mode-Erfindung rettet uns jetzt durch die Hitzewelle
Der Lippenstift schmilzt in der Handtasche, die Sonnenbrille rutscht von der Nase und das sorgfältig zusammengestellte Outfit klebt bereits am Körper, bevor man überhaupt im Büro angekommen ist: Während einer Hitzewelle wird selbst der schönste Sommer-Look schnell zur modischen Belastungsprobe. Doch ausgerechnet die Fashion-Welt könnte nun eine ziemlich coole Lösung für dieses Problem gefunden haben – im wahrsten Sinne des Wortes.
Unter Begriffen wie Cooling Fashion, Climate Wear oder besonders glamourös Hot Couture entstehen Kleidungsstücke, die nicht nur gut aussehen, sondern den Körper aktiv beim Abkühlen unterstützen. Kleidung wird damit plötzlich zur tragbaren Klimaanlage.
Wenn das Outfit die Klimaanlage ersetzt
Bisher kannte man Kühlwesten vor allem aus Bereichen, in denen Menschen körperlich besonders gefordert sind – etwa von Feuerwehr, Industrie, Medizin oder Spitzensport. Nun soll die Technologie den Sprung in unseren Alltag schaffen.
Das Prinzip dahinter klingt erstaunlich einfach: Statt einen gesamten Raum auf Kühlschranktemperatur zu bringen, wird genau dort gekühlt, wo die Hitze tatsächlich ankommt – direkt am Körper.
"Die beste Klimaanlage ist nicht immer die, die einen ganzen Raum oder ein ganzes Gebäude kühlt", erklärt Sabine Stein, Sportwissenschaftlerin und Geschäftsführerin der Pervormance International GmbH. "Oft reicht es, den Menschen zu kühlen."
Die Kühltextilien der Marke E.COOLINE arbeiten dabei mit natürlicher Verdunstungskälte. Die Kleidungsstücke werden mit Wasser aktiviert und geben anschließend über mehrere Stunden angenehme Kühlung ab – ohne Kabel, Akku oder ständig surrenden Mini-Ventilator.
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Hightech, aber bitte in stylish
Natürlich stellt sich bei Funktionskleidung immer die entscheidende Frage: Sieht das Ganze auch nach Fashion aus – oder eher nach technischer Warnweste? Denn so praktisch ein Kleidungsstück sein mag: Wer auf dem Weg zum Afterwork-Drink aussieht, als hätte er gerade eine Nachtschicht in einer Kühlhalle beendet, wird den Trend vermutlich nicht freiwillig mitmachen.
Genau deshalb setzen neue Cooling-Fashion-Entwürfe verstärkt auf cleane Schnitte und moderne Designs. E.COOLINE bietet neben Kühlwesten beispielsweise auch Caps, Shirts und Accessoires an, die sich leichter in Alltagslooks integrieren lassen. Die Designs wurden unter anderem mit dem iF Design Award ausgezeichnet.
Auch international experimentieren Designer längst mit tragbarer Abkühlung. In Japan sind etwa Jacken mit integrierten Ventilatoren keine Seltenheit mehr. Was noch ein wenig nach Science-Fiction aussieht, könnte bald genauso selbstverständlich werden wie wasserabweisende Mäntel, Funktionsleggings oder Sneaker mit Hightech-Dämpfung.
Vom Spezial-Outfit zum Sommer-Must-have
Cooling Fashion dürfte vor allem dort interessant werden, wo wir der Hitze nicht einfach entkommen können: auf dem Fahrrad durch die Stadt, beim Pendeln, auf Festivals, bei Outdoor-Events oder im Urlaub während einer Sightseeing-Tour bei 35 Grad.
Auch im Büro könnte die neue Modegeneration für weniger Diskussionen darüber sorgen, ob die Klimaanlage nun auf 19 oder 25 Grad eingestellt werden soll. Statt kollektiv einen ganzen Raum herunterzukühlen, trägt jeder seine persönliche Erfrischung einfach selbst.
Was heute noch ein wenig ungewöhnlich wirkt, hat in der Modegeschichte durchaus prominente Vorgänger. Schließlich galten auch Leggings lange als reine Sportbekleidung, bevor Athleisure sie in Restaurants, Büros und auf Laufstege brachte. Funktionsjacken wiederum sind längst nicht mehr nur Bergsteigerinnen vorbehalten, sondern gehören inzwischen zur Streetstyle-Grundausstattung.
Cooling Fashion könnte eine ähnliche Entwicklung nehmen. Erst praktisch, dann plötzlich überall – und irgendwann fragt man sich, wie man jemals einen Hochsommer ohne überstanden hat.
Der schönste Fashion-Trend dieses Sommers wäre damit ausnahmsweise keiner, für den wir leiden müssen. Keine einschneidenden Sandalen, keine klebenden Kunstfasern und kein Blazer, den man aus Stilgründen bei 34 Grad tapfer anlässt. Stattdessen gilt künftig vielleicht: Wer wirklich cool aussehen will, muss sich einfach nur entsprechend anziehen.
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