320 km/h-Tunnel

Hyperloop: Musk will Stau verschwinden lassen

© Patrick McMullan via Getty Images
Zwischen Austin und San Antonio herrscht auf den Straßen regelmäßig dichter Verkehr. Elon Musk will das Problem nun buchstäblich unterirdisch lösen: Seine Firma The Boring Company plant einen Tunnel zwischen den beiden texanischen Städten.
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The Boring Company arbeitet laut Musk an einem "einfachen, für einen Hyperloop-Vorläufer konzipierten Tunnel" zwischen Austin und San Antonio. Die Fahrzeuge sollen darin mit mehr als 320 km/h unterwegs sein und die Strecke in weniger als einer halben Stunde schaffen.

Auf der Straße kann die Fahrt derzeit wegen des Verkehrs bis zu 2,5 Stunden dauern. Die Strecke ist rund 130 Kilometer lang und führt über die häufig überlastete Interstate 35.

Auf dem offiziellen Account der Boring Company hieß es kurz darauf, man sei "begeistert und fühle sich geehrt", dieses große Infrastrukturprojekt zu bauen.

Lange war es ruhig um Musks Tunnel-Firma

Von The Boring Company war zuletzt allerdings deutlich weniger zu hören. Vor rund einem Jahr geriet das Unternehmen in Nevada in die Schlagzeilen. Die dortige Wasserschutzbehörde warf der Firma fast 800 Verstöße gegen Umweltauflagen innerhalb von zwei Jahren vor.

Musk selbst zeigte sich davon offenbar wenig beeindruckt. Bei einer Veranstaltung sagte er damals, Umweltvorschriften seien seiner Meinung nach "größtenteils schrecklich". Statt einer vorherigen Genehmigung halte er es für effektiver, bei Fehlern eine Strafe zu zahlen.

Die angedrohte Strafe von mehr als drei Milliarden Dollar fiel letztlich deutlich geringer aus: The Boring Company musste 242.800 Dollar zahlen. Dies wurde damals mit einer abschreckenden Wirkung begründet.

Viele Projekte angekündigt – wenige umgesetzt

The Boring Company wurde 2017 von Musk gegründet. Seine Idee: Verkehr soll nicht nur über Straßen, sondern unterirdisch an Staus vorbeigeführt werden.

Ganz neu ist das Konzept also nicht. Viele der in der Vergangenheit angekündigten Projekte wurden allerdings nicht umgesetzt. Dazu gehören unter anderem geplante Tunnelsysteme in Chicago und Los Angeles sowie eine Hochgeschwindigkeitsverbindung zwischen New York und Washington.

der Vegas Loop in Las Vegas © GC Images

Das bekannteste tatsächlich betriebene Projekt ist der Vegas Loop in Las Vegas. Dort werden Passagiere mit Tesla-Fahrzeugen durch Tunnel unter dem Messegelände transportiert. Anders als beim ursprünglichen Hyperloop-Konzept fahren die Autos dort allerdings nicht mit Schallgeschwindigkeit durch eine Vakuumröhre, sondern werden von menschlichen Fahrern gesteuert.

Drei Milliarden Dollar für neue Projekte

Für weitere Vorhaben steht dem Unternehmen zumindest Kapital zur Verfügung. In einer Finanzierungsrunde, die von Investoren aus den Vereinigten Arabischen Emiraten angeführt wurde, konnte The Boring Company zuletzt drei Milliarden US-Dollar einsammeln.

Auch in den VAE plant das Unternehmen ein unterirdisches Verkehrssystem.

Was steckt hinter dem "Hyperloop"?

Musk hatte bereits 2013 ein Konzept für einen Hyperloop vorgestellt. Dabei sollen Transportkapseln durch eine weitgehend luftleere Röhre mit extrem hoher Geschwindigkeit bewegt werden.

Beim nun angekündigten Projekt zwischen Austin und San Antonio spricht Musk allerdings ausdrücklich von einem "Vorläufer-Hyperloop". Wie genau dieser aussehen und funktionieren soll, ist bislang nicht bekannt.

Ob aus der Ankündigung tatsächlich ein fertiges Verkehrssystem wird, muss sich erst zeigen. Für die Menschen zwischen Austin und San Antonio wäre eine Verbindung in weniger als 30 Minuten jedenfalls eine deutliche Verkürzung der bisherigen Fahrzeit.

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