Lagree

Fitness-Hype am Megaformer: Dieses neue Workout bringt Wien zum Zittern

© Getty Images
Pilates ist längst vom Nischen-Workout zum Lifestyle-Phänomen geworden. Reformer-Studios eröffnen gefühlt an jeder Ecke, auf TikTok und Instagram gehören Grip Socks und Pilates Klassen inzwischen fast so selbstverständlich zum Wellness-Lifestyle wie Matcha und Cold Plunges. Doch während der Pilates-Hype gerade seinen Höhepunkt erreicht, macht sich bereits ein Workout breit, das auf den ersten Blick ähnlich aussieht – sich spätestens nach wenigen Minuten allerdings ganz anders anfühlt: Lagree. Jetzt hat mit MOVEHAUS im 9. Wiener Bezirk ein neues Studio eröffnet, das die Trainingsmethode nach Wien bringt.
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Wer zum ersten Mal vor einem Megaformer steht, könnte ihn leicht mit einem Pilates-Reformer verwechseln. Eine bewegliche Plattform, Federn, Griffe, Gurte – das Prinzip erinnert durchaus an Pilates. Doch wer sich darauflegt, merkt ziemlich schnell: Hier endet die Ähnlichkeit.

Denn Lagree wurde zwar vom Reformer-Training inspiriert, verfolgt aber eine andere Trainingsphilosophie. Die Bewegungen werden extrem langsam und kontrolliert ausgeführt, gleichzeitig arbeitet der Körper konstant gegen Widerstand. Statt kurzer Übungen mit vielen Wiederholungen bleibt die Muskulatur möglichst lange unter Spannung.

Und genau deshalb passiert irgendwann das, was Lagree-Classes in den sozialen Medien so unverkennbar macht: Die Beine beginnen zu zittern.

Warum zittern bei Lagree plötzlich die Muskeln?

Das charakteristische "Lagree Shake" ist kein Zufall. Die Übungen werden so lange und kontrolliert ausgeführt, dass die beanspruchten Muskeln kontinuierlich arbeiten müssen. Pausen gibt es kaum, Schwung soll möglichst vermieden werden.

Was zunächst relativ harmlos aussieht, kann sich deshalb innerhalb weniger Sekunden erstaunlich intensiv anfühlen. Eine Bewegung dauert dabei oft bewusst mehrere Sekunden. Wer beispielsweise einen Ausfallschritt auf dem Megaformer macht, bewegt den Schlitten nicht schnell vor und zurück, sondern versucht, jede Phase kontrolliert und langsam auszuführen. Das erhöht die sogenannte "Time under Tension", also jene Zeit, in der ein Muskel unter Belastung steht.

Die Folge: Schon kleine Bewegungen können plötzlich ziemlich brutal werden.

Auf dem Megaformer bleibt die Muskulatur besonders lange unter Spannung – bis die Beine zu zittern beginnen. © Getty Images

Ist Lagree also einfach anstrengenderes Pilates?

Nicht ganz. Pilates wurde ursprünglich als ganzheitliches Bewegungssystem entwickelt und legt unter anderem großen Wert auf Körperkontrolle, Atmung, Haltung, Mobilität und die Stabilisierung der Körpermitte.

Lagree kombiniert einige ähnliche Bewegungsprinzipien mit einem deutlich stärkeren Fokus auf kontinuierlichen Widerstand, Muskelermüdung und Kraftausdauer. Das Training fühlt sich deshalb häufig näher an einem Krafttraining an als eine klassische Pilates-Stunde – allerdings ohne schwere Hanteln oder schnelle, explosive Bewegungen.

Gerade darin liegt für viele der Reiz: Wer Pilates liebt, sich dabei aber manchmal mehr Muskelreiz und Intensität wünscht, findet bei Lagree möglicherweise genau diese Zwischenwelt.

Das macht Lagree so effektiv

Trainiert wird nahezu der gesamte Körper gleichzeitig. Bei vielen Übungen muss der Core permanent stabilisieren, während Beine, Gesäß oder Arme gegen den Widerstand des Megaformers arbeiten.

Durch die langsame Ausführung lässt sich zudem kaum mit Schwung "schummeln". Jede Bewegung muss tatsächlich aus der Muskulatur kommen.

Gleichzeitig bleibt das Training vergleichsweise gelenkschonend, weil auf Sprünge und starke Stoßbelastungen verzichtet wird. "Härter" bedeutet bei Lagree also nicht automatisch schneller oder aggressiver. Im Gegenteil: Je langsamer die Bewegung, desto unangenehmer kann sie werden.

Das unterscheidet die Methode auch von vielen klassischen HIIT-Workouts, bei denen hohe Geschwindigkeit, viele Wiederholungen und eine stark erhöhte Herzfrequenz im Mittelpunkt stehen.

Das MOVEHAUS in der Berggasse (1090 Wien) verbindet Lagree-Training mit Mikronährstoffberatung und einem kuratierten Health Concept Store. © Movehaus

Wien bekommt ein neues Lagree-Studio

Genau auf diese Trainingsmethode setzt das neu eröffnete MOVEHAUS in der Berggasse im 9. Wiener Bezirk.

Hinter dem Boutique-Studio stehen Katalin Schlemitz und Juliana Milenkovic. Ihr Konzept geht allerdings bewusst über das Training hinaus. MOVEHAUS verbindet Lagree-Classes mit Mikronährstoffberatung und einem kuratierten Health Concept Store. Die Idee dahinter: Bewegung, Ernährung und Regeneration werden hier nicht als voneinander getrennte Bereiche betrachtet.

Vom derzeit omnipräsenten Begriff "Longevity" distanzieren sich die Gründerinnen allerdings bewusst. Ihnen gehe es weniger um das nächste Gesundheits-Buzzword als darum, Menschen dabei zu unterstützen, langfristig gesund zu bleiben und ihren eigenen Körper besser zu verstehen.

Was MOVEHAUS zusätzlich von vielen größeren Fitnessstudios unterscheidet, ist die Gruppengröße. Im Studio stehen sechs Megaformer – dementsprechend trainieren maximal sechs Personen gleichzeitig. Für Lagree ist das durchaus relevant: Kleine Veränderungen bei Haltung und Position können darüber entscheiden, ob tatsächlich der gewünschte Muskel arbeitet oder man beginnt, die Belastung an anderer Stelle zu kompensieren.

Auch optisch will MOVEHAUS mit der klassischen Gym-Ästhetik brechen. Statt schwarzer Geräte, Neonlicht und Industrie-Charme ist das Studio hell, farbenfroh und bewusst wohnlicher gestaltet. Das Konzept soll sich dadurch nicht ausschließlich an durchtrainierte Fitnessfans richten. Willkommen sind Menschen unterschiedlicher Altersgruppen und Trainingslevels – auch Lagree-Neulinge.

MOVEHAUS
Berggasse 7, 1090 Wien
Lagree-Classes auf sechs Megaformern, Personal Training, Private Sessions, Mikronährstoffberatung und Health Concept Store

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