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Endlich: Strompreise könnten bald sinken

Günstigere Stromtarife sollen in Sicht sein.
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Trotz aktuell hoher Börsenkurse rechnen Energieanalysten mittelfristig mit einer spürbaren Entlastung für alle Stromkunden: Das Analysehaus ICIS erwartet in einem Basisszenario, dass der durchschnittliche Jahresstrompreis bis 2033 von derzeit 99 Euro je Megawattstunde auf 63 Euro fällt – das wäre ein Rückgang von etwa 40 Prozent.
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ICIS-Analyst Sebastian Braun erklärt seine Prognose für das Handelsblatt vor allem mit einer weltweiten "Gasschwemme": In den kommenden Jahren gehen zahlreiche Terminals für den Export von Flüssigerdgas in Betrieb. Das zusätzliche Angebot werde den preistreibenden Effekt des Iran-Kriegs überkompensieren.

Aktuell gilt: Bestimmen Gaskraftwerke in vielen Stunden den Preis an der Strombörse, schlagen teure Gasnotierungen direkt auf den Strom durch. Umgekehrt ist aber zu erwarten: Mehr LNG auf dem Weltmarkt drückt den Gaspreis und damit die Grenzkosten der Stromerzeugung.

Serafin von Roon, Geschäftsführer der Forschungsstelle für Energiewirtschaft, erwartet deshalb ebenfalls günstigere Strompreise durch ein wachsendes globales Gasangebot. Eine Rückkehr zu den 30 bis 50 Euro je Megawattstunde vor dem Ukraine-Krieg hält er jedoch für unwahrscheinlich.

Börsenpreise werden sinken

ICIS-Analyst Braun sagt dazu auch, das Stromangebot wachse derzeit schneller als die Nachfrage. Agora Energiewende kommt mit Aurora Energy Research zu einem ähnlichen Befund: Der geplante Zubau von Wind, Solar und Speichern senkt den durchschnittlichen Börsenpreis um rund 20 Euro je Megawattstunde – unabhängig davon, ob die Nachfrage bis 2030 schwach oder dynamisch steigt. Bei niedriger Nachfrage fiele der Preis von 85 auf 65 Euro, bei hoher Elektrifizierung von 101 auf 81 Euro. Die Entlastung übersteige die zusätzlichen EEG-Förderkosten.

Andere Institute zeichnen dasselbe U-förmige Bild. BloombergNEF sieht den Großhandelspreis bis 2035 auf etwa 47 Euro sinken, danach bis 2050 wieder auf 92 Euro steigen. ICIS liegt dazwischen: Ab Mitte der 2030er-Jahre soll die Nachfrage durch E-Autos, Wärmepumpen und Rechenzentren das Angebot überholen. 2050 läge die Megawattstunde dann bei 84 Euro – höher als 2033, aber immer noch unter dem heutigen Niveau.

Allerdings: Der Iran-Konflikt und die Engpässe aufgrund der Sperre der Straße von Hormus haben Gas- und Strompreise im Herbst 2026 erneut nach oben getrieben. Die September-Mittelwerte an der Strombörse lagen zeitweise deutlich über 140 Euro.

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