Machen fast alle
Dieser häufige Fehler nach dem Zähneputzen schadet der Gesundheit
Für viele Menschen gehört die Mundspülung fest zur täglichen Pflegeroutine. Was harmlos klingt, birgt jedoch Risiken: Aktuelle zahnmedizinische Erkenntnisse belegen, dass die falsche Mundspülung nicht nur den Zähnen schadet, sondern auch das Herz-Kreislauf-System belasten kann.
Warum Sie Ihren Kariesschutz wegspülen
Viele Zahnärzte, darunter auch die britische Prophylaxe-Expertin Dr. Anna Peterson, warnen vor den Folgen von Mundspülungen. Eine gute fluoridhaltige Zahnpasta enthält in der Regel rund 1.450 ppm (Parts per Million) Fluorid. Das ist die ideale Dosis, um den Zahnschmelz zu härten und widerstandsfähig gegen Zucker und Säureangriffe zu machen. Handelsübliche Mundspülungen bringen es im Vergleich dazu meistens nur auf etwa 220 ppm.
Was passiert also, wenn Sie direkt nach dem Zähneputzen zum Mundwasser greifen? Sie waschen die schützende Fluoridschicht der Zahnpasta weg und ersetzen sie durch die deutlich schwächere Lösung der Mundspülung. Die Folge: Ihre Zähne sind wesentlich anfälliger für Karies.
Mundwasser kann den Blutdruck in die Höhe treiben
Wer regelmäßig zu aggressiven, antibakteriellen Mundspülungen (besonders solchen mit Inhaltsstoffen wie Chlorhexidin) greift, kann dem Körper mehr schaden als nutzen. Die Spülung unterscheidet nämlich nicht zwischen Karies verursachenden Plaque-Bakterien und den "guten", lebenswichtigen Mikroben.
In unserem Mundraum lebt ein großes Mikrobiom. Bestimmte, gutartige Bakterien auf unserer Zunge sind dafür zuständig, Nitrate aus unserer Nahrung in Stickstoffmonoxid umzuwandeln. Dieses Molekül gelangt in unseren Blutkreislauf, wo es eine wichtige Aufgabe übernimmt: Es weitet die Blutgefäße und hilft dem Körper so, den Blutdruck auf natürliche Weise zu regulieren und das Herz zu entlasten.
Töten Sie diese Helfer-Bakterien durch chemische Mundspülungen regelmäßig ab, fehlt dem Körper dieses wertvolle Stickstoffmonoxid. Die wissenschaftlich belegte Folge: Die Blutgefäße verengen sich und der Blutdruck kann steigen. Besonders für Menschen, die ohnehin schon an Bluthochdruck leiden, ist diese Nebenwirkung fatal, da die Spülungen sogar die Wirkung von Blutdruck-Medikamenten beeinträchtigen können.
So sieht die perfekte Zahnputz-Routine aus
Für eine optimale Mundhygiene empfiehlt sich stattdessen folgende Zahnpflegeroutine:
Spucken statt Spülen: Spucken Sie den Zahnpastaschaum nach dem Putzen einfach nur aus. Spülen Sie weder mit Wasser noch mit Mundspülung nach. Geben Sie dem Fluorid die Zeit, in den Zahnschmelz einzudringen.
Die Reihenfolge ändern: Nutzen Sie Zahnseide und Interdentalbürstchen VOR dem Zähneputzen. So entfernen Sie Plaque aus den Zwischenräumen, und die Zahnpasta kann anschließend auch dort wirken.
Auf milde Produkte setzen: Verzichten Sie im Alltag auf aggressive Mundspülungen und greifen Sie zu milderen, alkoholfreien Spülungen, die das empfindliche Mikrobiom nicht zerstören.
Manchmal ist gut gemeint eben nicht gut gemacht. Wer seine tägliche Routine nur minimal anpasst, schützt nicht nur sein strahlendes Lächeln, sondern tut auch seinem Herz etwas Gutes.
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