Für Sparfüchse
Das sind die billigsten Städtetrips im Herbst laut Ranking
Wer in der Ferienwoche zwischen dem Nationalfeiertag und Allerseelen verreisen möchte, spart vor allem im Osten und Südosten des Kontinents kräftig. Eine verlässliche Orientierung bietet hierbei der jährliche "City Costs Barometer", der von der britischen Post in Auftrag gegeben wird.
Preisvergleich für die Herbstferien: So wurde gerechnet
Für die Erhebung wurden die typischen Ausgaben in insgesamt 50 europäischen Destinationen für zwei Personen genau unter die Lupe genommen. Die reine Anreise ist in der Kalkulation nicht enthalten, wodurch die tatsächlichen Aufenthaltskosten vor Ort vergleichbar werden. Untersucht wurden zwölf konkrete Posten:
- Zwei Übernachtungen für zwei Personen in einem Drei-Sterne-Hotel
- Ein Drei-Gänge-Abendessen inklusive Getränken
- Transfers zwischen Flughafen und Stadtzentrum
- Fahrkarten für den öffentlichen Nahverkehr
- Klassische Stadtrundfahrten
- Eintrittsgelder für führende Museen
Die Plätze 10 bis 6: Von Montenegro bis ins Baltikum
Auf den Plätzen zehn bis sechs finden sich gleichermaßen traditionsreiche Metropolen und überraschende Ziele in West- und Osteuropa:
Platz 10 – Podgorica (Montenegro / 385 Euro):
Die montenegrinische Hauptstadt punktet mit ihrer markanten brutalistischen Architektur. Das eigentliche Highlight liegt jedoch im Umland: Das spektakuläre Felskloster Ostrog aus dem 17. Jahrhundert thront auf 900 Metern Höhe über dem Zeta-Tal. Es gilt als eines der bedeutendsten orthodoxen Pilgerziele und ist von der Stadt aus per Bahn oder Shuttlebus preiswert erreichbar.
Platz 9 – Straßburg (Frankreich / 369 Euro):
Die elsässische Metropole beweist, dass Frankreich auch preiswert sein kann. Neben weltbekannten Michelin-Restaurants überzeugt die Stadt vor allem mit traditionellen Weinstuben, deftigen Spezialitäten wie Choucroute garnie (Bauernschmaus) oder Flammkuchen als erschwinglicher Street-Food-Variante.
Platz 8 – Vilnius (Litauen / 334 Euro):
Das Herz der Kreativszene schlägt in der Republik "Užupis". Der von drei Seiten von Wasser umgebene Stadtteil erinnert an die Kopenhagener Freistadt Christiania. Nach den schweren Verfolgungen der jüdischen Bevölkerung im Zweiten Weltkrieg belebte die Bohème das Viertel neu – heute locken unzählige Galerien, Cafés und Kunsthandwerksbetriebe.
Platz 7 – Lille (Frankreich / 334 Euro):
Die einstige Hochburg der nordfranzösischen Textilindustrie hat sich in ein internationales Zentrum für Street-Art verwandelt. Vor allem im südlichen Szeneviertel Wazemmes laden bunte Flohmärkte, Cafés und bis zu vier Stockwerke hohe Fassaden-Graffitis zum Erkunden ein.
Platz 6 – Riga (Lettland / 322 Euro):
Die lettische Hauptstadt besticht durch die prachtvollste Architektur des Baltikums. Während Mitte November das Lichterfestival "Staro Rīga" mit 3D-Projektionen Besucher anlockt, ist die Stadt in der österreichischen Herbstferienwoche angenehm ruhig und bietet hochklassige Hotelzimmer zu echten Tiefpreisen.
Die Top 5 der günstigsten Städte: Ab 287 Euro für zwei Tage
In den vorderen Rängen dominieren Zentraleuropa und der Balkan mit extrem günstigen Lebenshaltungskosten:
Platz 5 – Trenčín (Slowakei / 315 Euro):
Die Kulturhauptstadt mit ihrer weithin sichtbaren Festungsanlage lässt sich ideal mit dem Nachbarort Trenčianske Teplice kombinieren. Ähnlich wie Baden bei Wien ist der Kurort berühmt für seine Thermalkultur; das dortige Hammam gilt als unikates Bauwerk in Zentraleuropa, eingebettet in eine Landschaft mit runderneuerter sozialistischer Architektur.
Platz 4 – Belgrad (Serbien / 307 Euro):
Die serbische Metropole ist berühmt für ihr legendäres Nachtleben. Ein geführter Pub Crawl durch die Clubs empfiehlt sich hierbei besonders, um unkompliziert Eintritt zu finden und Hooligan-Lokale gezielt zu meiden.
Platz 3 – Tirana (Albanien / 305 Euro):
Rund um den Skanderbeg-Platz treffen osmanische Minarette und Uhrtürme auf italienische Monumentalbauten der Dreißigerjahre. Die einstige Diktatoren-Pyramide dient heute als Jugend- und Technologiezentrum, eingerahmt von bunten Häuserzeilen und markanten Wolkenkratzern wie dem Mount Tirana oder Alban Tower.
Platz 2 – Bukarest (Rumänien / 299 Euro):
Als eine von nur zwei Städten knackt Bukarest die Grenze von 300 Euro für zwei Personen. Rumäniens Hauptstadt begeistert mit versteckten Gärten, historischen Passagen, dem historischen Gasthof Manuc sowie dem Kreuzgang des Stavropoleos-Klosters in der Altstadt.
Platz 1 – Sarajevo (Bosnien und Herzegowina / 287 Euro):
Mit Gesamtkosten von unter 290 Euro ist Sarajevo die unangefochtene Nummer eins. Kultureller Ankerpunkt abseits der historischen Kupferschmiedgasse ist das Bosnische Kulturzentrum (BKC) in der einst größten Synagoge des Balkans – ein geschichtsträchtiger Ort, der bereits während der Belagerung als Wiege des ersten Filmfestivals diente.
Reiseausblick für Sparfüchse
Für Reisende aus Österreich bieten die herbstlichen Tage eine hervorragende Gelegenheit, abseits der ausgetretenen Pfade viel Kultur zu erleben. Wer die eigenen Prioritäten auf Gastronomie, Geschichte oder Entspannung legt, findet im aktuellen Kostenbarometer ideale Anhaltspunkte für ein langes Wochenende mit überschaubarem Reisebudget.
Fehler im Artikel gefunden?Jetzt melden