Statt die Ausgangslage zur Halbzeit der Ligaphase mit dem ersten Sieg in der "Königsklasse" (hier geht's zum offiziellen Amazon-Fanshop) zu verbessern, setzte es mit einem 1:4 gegen Juventus Turin einen Dämpfer. Ausfälle von Stützen, eine hohe Erwartungshaltung und fehlender Mut führten zu einem schwächeren Auftritt von Österreichs Double-Sieger nach Toppartien bei Chelsea (0:1) und gegen Inter Mailand (1:1).
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Austria-Trainer Stefan Kenesei erläuterte, dass dadurch die eigene Erwartungshaltung der Spielerinnen auf ein höheres Level gestiegen sei, sich diese Punkte erwartet hätten. "Das hat sie mental ein bisschen gehemmt, uns hat das Befreite gefehlt, das hat man speziell erste Hälfte gemerkt", sagte der 41-Jährige.
Auch Kapitänin Carina Wenninger musste das zugeben. "Wir haben zwei sehr enge Spiele gehabt, da hofft man natürlich im dritten was mitzunehmen. Wir haben aber ein paar Fehler zu viel dabei gehabt." Juve habe das ausgenutzt. "Mittlerweile ist es so, dass sich die Gegner extrem mit uns beschäftigen, uns niemand mehr unterschätzt. Das ist ein gutes Zeichen, macht es aber schwieriger zu überraschen", meinte die Abwehrchefin.
Defensiverer Ansatz mit wenig Erfolg
Statt wieder hoch zu attackieren und die Italienerinnen früh zu stören, wurde ein defensiverer Ansatz gewählt - mit mäßigem Erfolg. Juve hatte zwar vor der Pause abgesehen vom Treffer von Matilda Pavan (39.) wenig Chancen, war aber zumindest im Ansatz immer wieder gefährlich. Nach der Pause nahmen die Wienerinnen Anpassungen vor, waren etwas besser in der Partie drinnen, ohne große Torgefahr auszustrahlen.
Auf der anderen Seite kam hinzu, dass sich der VAR einschaltete und zurecht einen Elfmeterpfiff herbeiführte. Weltmeister-Stürmerin Alba Redondo (63.) ließ sich die Chance nicht entgehen. Die bis dahin einzige Austria-Chance nach der Pause führte dank eines Kopfballtreffers von Lotta Cordes zum 1:2 (78.).
Ergebnis etwas zu hoch ausgefallen
"Das Tor hat uns viel Energie und Glauben gegeben", sagte Kenesei. Es passte aber ins Bild eines enttäuschenden Abends, dass wenige Minuten später Torfrau Jasmin Pal den Italienerinnen mit einem Patzer das 1:3 von Kysha Sylla (82.) schenkte. "Dann war die Luft draußen", betonte Austrias Coach. Julia Bartel (91.) legte noch ein Tor nach.
"Wir hatten vor der Pause einfach zu wenig Mut mit dem Ball und zu wenig Ruhe am Ball. 2. Hälfte haben wir es besser gemacht, auch wenn das Ergebnis da höher ausgefallen ist", sagte Wenninger. Ihr Trainer sprach vom "nicht besten" Spiel seines Teams, aber auch von "Momenten", mit denen man zufrieden sein könne.
Drei Spiele noch: "Namen werden nicht kleiner"
Bei Benfica Lissabon (11. November), gegen den FC Bayern (19. November) und bei Manchester City (16. Dezember) bieten sich noch drei Möglichkeiten. Während Juve als Tabellenfünfter voll auf Aufstiegskurs liegt, ist das bei der auf Platz 15 liegenden Austria nicht der Fall.
"Die Namen werden nicht kleiner, die Teams nicht schwächer, aber wir wollen trotzdem unseren ersten Sieg auf diesem Level feiern", sagte Kenesei. Platz zwölf ist nur zwei Zähler entfernt. "Es gibt sehr viele enge Partien und Unentschieden. Solange der Play-off-Platz in Griffweite ist, ist es wichtig, daran zu glauben", ergänzte Wenninger.
Intensiver Herbst kostet Kräfte
Wichtig wäre eine baldige Rückkehr der am Oberschenkel verletzten Katharina Schiechtl und Louise Schöffel, deren Ausfall laut Kenesei "schwer wiegen". Die Hoffnung auf Einsätze 2026 ist da. "Wir werden das aber mit kühlem Kopf beurteilen, kein Risiko eingehen", kündigte der Austria-Coach an.
Auch sonst hinterlässt der intensive Herbst Spuren. "Es ist gerade so, dass sich die vielen Spiele bemerkbar machen, einige angeschlagen sind", sagte Cordes. Auch für Kenesei spiele der Faktor Müdigkeit schon mit. Jammern will er aber nicht. "Ich bin kein Freund davon, sich auf eine Doppel- oder Dreifachbelastung auszureden. Wir sind dafür gut genug gerüstet."
Neuer Zuschauer-Rekord der Austria
Das Positivste am Donnerstag waren die Fans. 4.630 sorgten für einen neuen Austria-Heimrekord. "Das ist ein Ausrufezeichen, da sind wir im Vergleich mit den anderen Partien sehr gut dabei", meinte Wenninger. Auch Juve-Torfrau Larissa Rusek ist das nicht gewöhnt, bezeichnete die Stimmung als "top". Zu halten hatte sie wenig.
"Champions-League-Debüt zu Hause, drei Punkte, was Schöneres hätte ich mir nicht ausmalen können", betonte die ÖFB-Nationalteam-Ersatztorfrau. Im Kampf um die Nummer eins bei den Italienerinnen versuche sie jede Chance zu nutzen.
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