Jetzt brennt der Gashahn. Jahrelang haben wir Österreicher (und die gesamte EU) die Russen hofiert. Jetzt, wo den Russen der Rubel bis zum Hals steht, dreht das völlig unberechenbare Putin-Regime den Europäern einfach das Gas ab. Man kann das Erpressung nennen, Unverschämtheit oder Notwehr – jedenfalls bricht die russische Wirtschaft in der weltweiten Finanzkrise offenbar als Erste zusammen. Die Oligarchen mit ihren Fußballklubs und Super-Jachten (in Österreich noch vor einem Jahr als „ideale“ Partner bejubelt) sind pleite. Riesen-Unternehmen wie Gazprom stehen am Abgrund. Und wir sitzen – wenn wir nicht tief in die EU-Kasse greifen – demnächst im Kalten.
Was lernen wir aus dem Gas-Schock?
Erstens: Wir müssen unsere Energie-Abhängigkeit reduzieren. Nützen wir doch das Konjunktur-Paket der Regierung, um unsere Energie-Versorgung mit Alternativen (Solar, Wind, Erdwärme) neu aufzustellen.
Zweitens: Es gibt derzeit keinen unverlässlicheren Partner als Putins Russland. Wenn wir jetzt EU-Geld an Russland oder die noch unberechenbarere Ukraine zahlen müssen, dann mit der Forderung, dass Putins Bananen-Diktatur einer verlässlichen Demokratie Platz macht.
Drittens: Wir steuern in der EU auf ein ganz schwieriges Halbjahr zu. Die tschechische EU-Präsidentschaft (einst so frech bei ihrer EU-Kritik wie H. C. Strache) erweist sich als hochgradig unfähig. Mit Klaus und Schwarzenberg sind zwei politische Scherz-Kekse an die Spitze der EU gekommen, die in Krisenzeiten – ganz im Gegensatz zu Vorgänger Sarkozy – hilflos wirken.
Das hat uns in einem Jahr wie diesem gerade noch gefehlt.
Sehr geehrter Herr Wolfgang Fellner, hat mir ein bisschen weh getan Ihre geringschätzige Haltung gegenüber den Politikern unseres nördlichen Nachbarlandes. Sich kritisch zu äußern müßte meiner Meinung nach nicht notwendigerweisen dem Ton nach verletzend sein. Ich meine, daß bei aller Kritik, ob zurecht oder nicht, das Pflegen von gutnachbarschaftlichen Beziehungen nicht unter den Tisch fallen darf. Freundlichst Anton
Aber es hat uns auch niemand gezwungen unsere Probleme zu globalisieren! Die EU hat sich ganz deutlich auf die Seite der AMI`s gestellt, also muß sie auch mit Reaktionen der Russen rechnen. Wenn die Ami`s wirtschaftliche Ziele verfolgen ändet das nicht selten in einem Krieg…….!
Jetzt rächt sich, dass wir uns gegen Atomkraftwerke entschieden haben. Atomkraftwerke können äußerst umweltfreundlich ausreichend Energie erzeugen, um vor Erpressungsversuchen jeglicher Couleur sicher zu sein.
Die viel von Grün, Links und intellektueller Ignoranz als allein selig machend gepriesenen alternativen Energien können nicht annähernd den erforderlichen Energiebedarf Österreichs decken.
Erfreulich ist, dass jetzt auch die breite Bevölkerung erkennt, wie weit man mit illusorischer Weltverbesserei und grüner Realitätsferne kommt.
Sehr bedauerlich ist, dass sich Österreich, auch auf wirtschaftlichem Gebiet und mit öffentlichen Mitteln, schon so stark in und für Russland engagiert hat. Wie uns Russland diese Freundlichkeit dankt, sieht man jetzt. Hier sollte man die Position überdenken und sich vielleicht doch eher nach den USA, die uns noch nie den Gashahn abgedreht oder sonst wie erpresserisch geschadet haben, orientieren.
Von: Monika W. am 08.01.2009 um 15:29
Herr Fellner,
sie haben offensichtlich einen wichtigen Punkt vergessen: Die Russen haben ein Gedächtnis und Georgien ist noch nicht so lange her. Die Russen könnten es den Europäern leider übel nehmen, wie sich diese verhalten haben.
Ich plädiere für mehr Unabhängigkeit vom russischen Gasnetz, so sind wir unabhängig von deren Launen.
Ich sehe ein, dass wir die russische Gasabhängigkeit drastisch reduzieren müssen. Dazu muss es in den Städten eine rigorose Fernwärmeanschlusspflicht geben, außerdem muss NABUCCO gebaut werden, obwohl heute noch nicht klar ist, ob die Leitung mit Gas aus Turkmenistan, Kasachstan oder dem IRAN befüllt werden kann.
Außerdem brauchen wir weitere Nord-Süd-Kapazitäten innerhalb der EU, um kurzfristig auf Blokaden reagieren zu können.
Gegenüber Russland wird wohl Härte erforderlich sein. Europa darf das Gas nicht als politische Waffe akzeptieren.
Wer Energiebilanzen lesen kann, weiß zudem, dass wir mittefristig neue Kohlekraftwerke brauchen werden.
Oben wird vertreten, daß Atomenergie einen Ersatz für Erdgas oder Erdöl darstellen könnte. Das ist leider völlig unrealistisch. Atomenergie, kann nur etwa zwei Prozent des Energiebedarfs decken. Zudem ist auch beim Uran die Versorgung mittelfristig nicht gesichert – es kann gut sein, daß Uran knapp wird, bevor alle heute im Bau befindlichen Atomkraftwerke ans Netz gehen.
Was mittelfristig helfen kann, ist ein massiver Ausbau der Enrneuerbaren Energieen und größtmögliche Anstrengungen, Energie effizient zu verwenden, zum Beispiel durch Wärmedämmung und Passivhäuser. Und das ist auch nötig, denn die Ölförderung wird möglicherweise schon bald zurückgehen, und auch beim Gas ist das eine Frage der Zeit.





Wolfgang Fellner

Was für ein blödsinn, hätten wir die Piplines in der Ostsee gebaut hätten wir Gas, zweitens klaut die Ukraine das Gas nicht dieRussen, wenn ich meine Gasrechnung nicht bezahle dreht man mir den Gashahn auch zu.. .