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2009
5. January 2009 08:30 | Kategorie: Politik Welt
Israel muss jetzt Menschlichkeit zeigen – macht Frieden!

Der Schock über die blutigen Bilder aus dem Gaza-Streifen sitzt tief. Von allen Kriegen der letzten Jahre ist der Einmarsch der Israelis in Gaza der sinnloseste und unverantwortlichste Feldzug seit Langem.
Gerade wir Österreicher haben gegenüber Israel eine besondere Verpflichtung. Israel hat ein Recht auf einen ­eigenen Staat – frei von Terror, von Bedrohung, von Leid. Die – vom Iran gesponserte – Hamas verletzt dieses Recht der Israelis. Wie eine Horde Lausbuben schießen diese durchaus gefährlichen Möchtegern-Terroristen seit Jahr und Tag Raketen auf israelische Siedlungen. Die UNO, die EU, die USA vor allem aber auch die arabischen Nachbarn haben es monatelang versäumt, diesem absurden Krampus-Treiben ein Ende zu setzen und Israel den Frieden zu garantieren.
Bei allem Verständnis für den Friedenswunsch der Israelis – und bei allem Unverständnis über die ganz gezielten, vom Iran finanzierten Provokationen der Hamas-Horden, die als Terroristen gestoppt werden müssen …
… die Reaktion der Israelis ist völlig unverhältnismäßig. Eine hochgerüstete Top-Armee marschiert mit aller Brutalität in eine wehrlose Kleinstregion ein. Sie tötet dabei naturgemäß nicht nur Terroristen, sondern Hunderte Kinder, Mütter, Zivilpersonen. Sie bringt Leid über ohnehin bereits leidgeprüfte Palästinenser-Familien.
In Gaza gibt es keine funktionierenden Spitäler, kein Rettungs- und Kommunikationssystem, nicht einmal Strom. Hier findet ganz offenbar – gegen alle Regeln internationalen Rechts und gegen jede Menschlichkeit – eine Form gezielten Völkermords statt. Dieser Krieg wird Tausenden Palästinensern das Leben kosten, die Chancen auf einen Palästinenser-Staat und Frieden im Nahen Osten auf Jahre zerstören.
Die Israelis nutzen ganz gezielt das gefährliche Macht-Vakuum in den USA. Sie wissen: Bis 20. Jänner können sie rechtswidrig angreifen (und morden), ohne dass ein mächtiger US-Präsident „Stopp“ sagt. Nach dem 20. Jänner liegt die Hoffnung auf Frieden bei Barack Obama und Hillary Clinton.
Bis dahin kann man nur an die Israelis appellieren, dass sie ihre eigene Geschichte nicht vergessen. Gerade Israel müsste sensibel gegen Völkermord sein – und ein Höchstmaß an Menschlichkeit zeigen.
Waffenstillstand und Friede müssten in Israels eigenem Interesse sein. Denn die Rache für die Invasion kommt nicht aus Gaza – die kommt aus Teheran. Und die wird blutiger Terror sein …

Kommentare

Ihr Kommentar gefällt mir, doch leider gibt es einige Kritikpunkte an der Zeitung ÖSTERREICH, die ich Ihnen hier mitteilen muss:
Kritikpunkte

a) kriegerische Sprache: Zu oft verwendet ihr ganz schlimme Wörter, die Schrecken verbreiten sollen: „Grusel-Grippe“, „Horror“, „Monster-Seele“, ….
Mit solchen Formulierungen erzeugt man Angst und ein mündiger Leser wird schon selbst einschätzen können, was er für einen „Horror“ hält. Ihr schreibt auch bei Sportberichten mit Vokabular aus dem Krieg: „er bläst zur Attacke“ – um nur ein Beispiel zu nennen

b) Das neue TV-Programm ist zu dick! Es bringt sehr viele Sender, doch ich frage mich, wie viele Leser von diesen Angaben wirklich profitieren. Dafür aber hat man die Filmkritiken auf ein unerträgliches Minimum gekürzt! Seht Ihr nicht den Widerspruch: So viele Programme = so viele Filme = so wenig Information über die gebotenen Filme! Wie soll man da die Auswahl treffen?

c) Dass die NÖ-Leser das Kino-Programm von Wien nicht haben, wäre schon ein zu kritisierender Punkt! Dass jetzt aber offenbar überhaupt das Kino-Programm in Eurer Zeitung fehlt, ist eine arge Sache. Wir sind vor 2 Tagen im Kino gewesen und „mussten“ uns eine andere Zeitung besorgen, um die Anfangszeiten finden zu können!

Von: Herbert am 05.01.2009 um 13:12

[...] in Januar 5, 2009 von Philip Der “Österreich”-Herausgeber Wolfgang Fellner hat ein Blog, wo er von Zeit zu Zeit seine Gedanken veröffentlicht. Diesmal äußert sich Herr Fellner über [...]

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Von: Nahostkonflikt-Interpretation auf Fellnerisch und über die “Unverhältnismäßigkeit” « Liberal in Österreich am 05.01.2009 um 16:02

Sie bezeichnen die Hamas, als eine „Horde Lausbuben“ als „Möchtegern Terroristen“, jene Hamas die seit ihrer Herrschaft im Gazastreifen hunderte Oppositionelle und Kritiker foltern und ermorden ließ, die in ihrer Charta zur Vernichtung aller Juden aufruft, die sich für unzählige Massaker an Zivilisten durch Selbstmordattentate verantwortlich zeichnet und deren Ziel ein totalitärer radikal-islamischer Gottesstaat vom Mittelmeer bis zum Jordan ist.

Sie bezeichnen den Beschuss mit tausenden Raketen als „Krampustreiben“, Raketen die in Israel mittlerweile bis zu 500.000 Menschen in einem Leben zwischen Bunker und Schutzräumen zwingen.

Sie bezeichnen die Militäraktion der Israelis als „gezielten Völkermord“, ein „Völkermord“ durch die einzige Armee der Welt, die selbst die Führung ihrer Todfeinde mit Telefonanrufen und SMS vorwarnt um Häuser zu evakuieren und zivile Tote zu vermeiden.
Einen Völkermord bei denen die Kollateralschäden prozentuell geringern sind als bei Militäroperation der Nato im Afghanistan oder der USA im Irak, trotz eines Gegners, der alles unternimmt, um seine zivile Opfer zu maximieren, da in dessen Ideologie auch für Frauen und Kinder der Märtyrertod die höchste Ehre ist und jedes Bild in den Medien von einem toten Kind ein Sieg im Propagandakrieg ist. Bei einem Feind der seine Waffenlager unter Schulen und Moscheen anlegt und seine Raketen aus Wohnhäusern abfeuert.

Sie bezeichnen die Militäroperationen von allen Kriegen der letzten Jahre als sinnlosesten und unverantwortlichsten Feldzug seit Langem.
Vielleicht halten Sie es für weniger sinnlos und unverantwortlich, wenn arabische Milizen in Darfur 200.000 Menschen niedermetzeln.

Ganz sicher aber würde Sie die Worte „Lausbuben“ und „Krampustreiben“ in diesem Zusammenhang nicht verwenden, wenn Sie Ihren Kinder in einem Bunker Gute Nacht sagen müssten.

Von: Christoph K. am 05.01.2009 um 22:19

Warum gibt es Hamas? Warum gibt es Fatah? Warum gibt es Hisbollah usw.?
Grund dafür ist die völkerrechtswidrige Besatzungspolitik, welche Israel seit 1967 gegenüber den Palästinensern in seiner Nachbarschaft ausübt.
Im konkreten Fall geht es auch darum, dass sich nicht nur Hamas, sondern auch der israelische Staat nicht an die Bestimmungen der Waffenstillstandsvereinbahrungen gehalten habt. Die ständige Verhängung der totalen Einschnürung Gazas, und zwar zu Land und vom Wasser her, was zu massiven Versorgungsengpässen geführt hat, ist den Raketenabschüssen durchaus vorausgegangen.

Im übrigen: Der Gazastreifen hat eine Fläche, die etwa so gross ist wie jene des kleinsten deutschen Bundeslandes Bremen. Aber es leben dort zweieinhalb mal so viele Menschen wie in Bremen. Wer derart massiv militärisch operiert, wie Israel es tut, über und gegen ein Gebiet, das zu den dichtestbesiedelten der Welt gehört, nimmt den vielfachen Tod von Menschen in Kauf, um seine Macht zu sichern. Und das ist nun wirklich nicht zum ersten Mal der Fall. Der Blutzoll, den Israel von seinen Nachbarn einfordert, würde meiner Ansicht nach keinem anderen Staat auf der Erde heute einfach so “zugebilligt”.Israel darf das. Darf es das?

Es ist an der Zeit, dass sich diesbezüglich endlich Grundsätzliches in der Politik des “Westens” ändert. Es geht überhaupt nicht um den “Staat Israel”, sondern darum, dass jeder Mensch, auch jeder palästinensiche Menschen, im Sinne der Menchenrechtscharta der UNO gleichberechtigt ist. Israels Politik und Israels Besatzungsregime halten sich seit Jahrzehnten nicht an diese Grundlage. Die Existenz Israels ist nicht gefährdert. Hingegen ist jetzt, heute, das Leben tausender Zivilisten in Gaza gefährdet, und zwar durch die Aggressionen der Armee Israels

Von: Carsten am 06.01.2009 um 14:02

Ihnen ist wohl entfallen, dass Israel 2005 den Gazastreifen vollständig geräumt hat und – was in den Medien besonders gerne vergessen wird – der Gazastreifen verfügt auch über eine Grenze zu Ägypten. Über den ägyptischen Grenzübergang war es dann für die Hamas auch ein Leichtes in den letzten Jahren tausende Tonnen an Waffen und Munition zu schmuggeln, für fehlende Lebensmittel und Medikamente machte man aber dann doch lieber die Israelis verantwortlich.
Und wenn Ägypten zwar Waffen nach Gaza hinein, aber keine Zivilisten herauslässt – auch gerne mal unter Einsatz von Waffengewalt – stört das weltweit niemanden, zumindest nicht wirklich. Dass Israelis, dessen Existenz man ja nicht anerkennt, trotz 10.000 Raketen, ihr Wasser und ihren Strom über all die Jahre in den Gaza geliefert haben, war im Gegenteil selbstverständlich.

Und ja der Gazastreifen ist dicht besiedelt, immerhin hat sich die Anzahl der Palästinenser trotz vermeintlichen Völkermords in den letzten Jahrzehnten vervielfacht, frei nach Yasser Arafat, der meinte, die Gebärmutter der palästinensischen Frau wäre ihre stärkste Waffen.
Wien ist übrigens ähnlich dicht besiedelt wie Gaza, der Staat Singapur noch deutlich dichter…

aber vielleicht ist der Islam, auf dessen Ideologie die Hamas basiert, doch nicht die allerfriedlichste Religion seit Ötzi sich auf einem Gletscher nen Schnupfen geholt hat.. oder fragen sie, wenn Taliban einem Schulkind das Gesicht mit Säure verätzen, die iranischen Ajatollahs ein vergewaltigtes 16 jähriges Mädchen hängen lassen und El Kaida einen Marktplatz voller Zivilisten in die Luft jagt, auch bei wem die Schuld denn nun liege…immerhin die Abwesenheit von Demos empörter Muslime, lässt darauf schließen, dass sich viele noch nicht sicher sind.

Von: Christoph K. am 07.01.2009 um 18:23


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