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2008
Heute ist unser Land wieder die Insel der Seligen
Letztes Wochenende im Jahr 2008: In den USA bricht die Wirtschaft zusammen, im Weihnachtsgeschäft verliert der Handel fast 50 Prozent.
Im kleinen Österreich stehen wir dagegen vor dem umsatzstärksten Einkaufssamstag aller Zeiten. Die klugen Händler sperren heute schon um 6 Uhr auf, um dem Ansturm Herr zu werden. In unseren Skiorten ist kein Zimmer mehr frei – auch die kleinste Hotelpension rechnet mit einer Rekordsaison. Am Heiligen Abend haben die Österreicher sogar um 10 Prozent mehr gespendet als im Vorjahr – auch die Menschlichkeit ist bei uns krisensicher.
Bruno Kreisky hat während der Ölkrise für Österreich das Wort von der „Insel der Seligen“ geprägt. Möglicherweise gilt dieses Bild auch in den aktuellen schweren Krisenzeiten …
l weil unser Fremdenverkehr auch noch erfolgreich ist, wenn überall Krisengeschrei ertönt …
l weil unser Handel Gas gibt, wenn andere Nationen schon in die Depression verfallen …
l weil wir im goldrichtigen Zeitpunkt eine neue, engagierte Regierung bekommen haben, die (übrigens schneller als Obama) gegen die Krise mit Konjunkturpaketen steuert …
l weil wir Österreicher halt die Ärmel aufkrempeln, wenn es in der Welt stürmisch wird …
l und weil wir Bewohner der „Insel der Seligen“ von Natur aus Optimisten sind, während unsere deutschen Nachbarn sich gerade in Weltuntergangsstimmung ergehen.
Der heutige Samstag – in den Einkaufszentren und in den übervollen Skiorten – zeigt: Derzeit gewinnen wir Österreicher den Kampf gegen die weltweite Krise. Hoffentlich hält das auch im ganz, ganz schweren Jahr 2009 an. Wir sollten optimistisch bleiben. Der heutige Samstag ist ein ÂSuper-Start ins neue Jahr.





Wolfgang Fellner
