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6. February 2009 08:30 | Kategorie: WM
Mama Maier und ihre Vitamin-Kur

Val d’Isère. Das gestrige erste Abfahrtstraining wollte sich Gerti Maier nicht anschauen. Sie unternahm lieber mit ihrem Mann, Hermann senior, einen ausgedehnten Spaziergang. Doch mit den Gedanken war sie die ganze Zeit bei ihrem Sohn und seiner schlimmen Verkühlung.
„Der Zeitpunkt ist natürlich schlimm“, meint sie. „Aber wir hoffen alle, dass es ihm bald besser geht.“ Und sogar sie selbst will nichts unversucht lassen. Vor zwei Tagen hat sie Hermann sogar frisch gepressten Orangensaft ins Hotel „Grand Paradis“ gebracht, damit die Vitamine den Herminator wieder auf Vordermann bringen. Und in der örtlichen Kirche von Val d’Isère war sie mit ihrem Mann auch schon. Dort hat sie um Hilfe von ganz oben gebeten, damit es ihrem Sohn bald wieder besser geht.
Eines weiß Gerti Maier aber auf alle Fälle: Aufgeben kommt für „ihren Bua“ keinesfalls in Frage. „Der Hermann ist ein Kämpfer“, verrät sie. „Seine größte Stärke ist seine Willenskraft. Die ist beim ihm ganz extrem ausgeprägt.“ Und weiter: „Das hat der Hermann von seinem Großvater, der war auch so einer, der hat nie aufgegeben.“
Erinnerungen. Und dann erinnert sie sich und erzählt, dass ihr Hermann eigentlich immer dann am gefährlichsten war, wenn er angeschlagen war. Und, dass er sich auf die WM hier in den französischen Alpen schon so sehr gefreut hat. „Val d’Isère hat ihn schon immer fasziniert. Da hat er beim Hotelfenster auf die Strecke, auf der Patrick Ortlieb 1992 gewonnen hat, hinausgeschaut und hat gesagt: ,Mama, da will ich auch gewinnen.“ Das ist ihm inzwischen ja gelungen.
Und wenn Hermann jun. diesmal nicht schell genug gesund wird, dann wird Gerti Hermann sen. beim Ärmel nehmen und noch mal in die Kirche gehen.



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