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12. February 2009 08:32 | Kategorie: WM
In der Kirche betete Niki für ihr WM-Comeback

Val d’Isère. Im ältesten Teil des WM-Orts legte Niki einen Zwischenstopp in der steinernen Kirche ein. Minutenlang hielt sie andächtig inne und lauschte den Proben von drei Künstlern, die für eine Aufführung übten. „Niki, bist du gläubig?“, will ich wissen. Sie: „Ja. Es kann nicht schaden, wenn ich den lieben Gott nach meiner Verletzung um Gesundheit und Erfolg bitte.“
Sie betete aber auch für eine Medaille und meinte, dass sie sehr dankbar sei, bei dieser WM dabei sein zu dürfen. Ihr Comeback gleicht einem Wunder. Am 4. Jänner hatte sich die 25-Jährige beim Einfahren für den Slalom in Zagreb bei einem Sturz schwer verletzt. Diagnose: Riss des inneren Seitenbandes, Einriss des vorderen Kreuzbandes, Impressionsfraktur des Schien­beinkopfes. Der  WM-Start war in weite Ferne gerückt.
Große Liebe. Doch sie kämpfte sich zurück. Unterstützt von ihrem Freund und Servicemann Roland Schönegger. „Er hat mich immer wieder aufgebaut, wenn es mir einmal nicht so gut ging.“ Erst am vergangenen Dienstag hat sie von den Ärzten endgültig „grünes Licht“ bekommen.
Aus dem Hinterhalt. Auch wenn sie versucht die Erwartungen hinunter zu schrauben, weiß sie genau, was heute auf sie zukommt: „Ich bin die Titelverteidigerin. Da schauen die Leute automatisch auf mich. Aber Favoritinnen sind andere, ich lauere im Hintergrund und greife an.“ Den wahren Härtetest hat sie aber längst schon hinter sich. Hosp: „Einmal beim Training bin ich mit dem verletzten Fuß direkt auf der Bindung gehockt, und es ist nichts passiert. Von dem her passt’s.“
Ihr größter Vorteil: „Ich komme ausgeruht nach Val d’Isère – voller Kraft und Motivation.“ Druck verspüre sie keinen, sagt sie. „Ich lasse mich nicht in eine Rolle drängen. Seit meiner Verletzung weiß ich, auf was es im Leben ankommt.“



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