Lawinengefahr. Der Salzburger Wettermann, in langen Dienstjahren würdig ergraut, kniet im Schnee. Ruhig zeigt er dem TV-Publikum, wohin der Wind welche Kristalle verfrachtet hat, wie labil die Schichten jetzt aufeinander ruhen, dass die Spannungsmessungen und der Föhneinbruch nur einen einzigen Schluss zulassen. Deshalb warnen der Wissenschafter und seine Kollegen schon seit Tagen: „Leutln, aufpassen! Ihr brauchts da nur einmal schief hinschauen, und es reißt der ganze Hang ab.“ Angesichts der vielen Lawinentoten fragt die Moderatorin, ob noch immer zu wenig aufgeklärt werde. Sicher nicht, sind sich die Experten einig, die Leute bräuchten einfach den Kick.
Lebensgefahr. Dass einem ein großer, starker Hund aufs Wort gehorcht, sich unterwirft, brav bei Fuß geht, ist fürs Ego ganz bestimmt auch ein Kick – der tägliche Superbooster fürs Selbstbewusstsein. So ein Kalbskaliber ersetzt jede Alarmanlage, gleichzeitig kann es zur scharfen Waffe werden. Man sollte Kinder nicht mit geladenen Waffen spielen lassen, das hat sich herumgesprochen. Braucht außerdem noch irgendjemand Belehrungen darüber, wie man Hunde zu halten hat?
Die unfassbaren Geschichten über getötete Kinder und zerfleischte Nachbarinnen sprechen dafür, dass gesetzlich strengste Maßnahmen ergriffen werden. Jene, die sie befürworten, hassen Hunde ebenso wenig wie besorgte Bergretter Variantenfahrer hassen.
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Martina Rupp
